denn hier sorgt die Obrigkeit mehr für »unsern nutz / dann jrenselbst«.
Zu dieser Fürsorge gehört auch eine gute Münze; damitist er bei dem Kernpunkt seiner Schrift angelangt. »Sie habenuns auch mit einer ehrlichen guten Müntz vorsehen / darmit wirnicht allein in andern Landen was uns zu unserer notturfft dienst-lich gewest / haben bekommen mögen / Sondern auch und dieweilman guthe Müntz bey uns zubekome gewust / und in diessenLanden / fridelich handeln und wandeln können / So hat manuns das jhenige gebracht für die thür / das wir sonst hetten holenmüssen«. Also: die gute Münze, die Sachsen bisher aus-zeichnete, hat ihm Segen gebracht, meint der Autor, sein weitervolkswirtschaftlicher Blick, der von jedem Fiskalismus frei ist,sagt ihm, daß nur gute Münzen dem Außen- und Innenhandelnützen. Mit finanzpolitischen und geldtheoretischen Argu-menten tritt er für sie ein. So kamen Leute ins Land, folgerteer, die Bergwerke wurden abgebaut, und dadurch hat sich »auchdie mennige des volcks in diesen Landen mergklich gemehret /unnd das werth der güther gestigen«. Das aber ist gut: »Dannwue mennige des volcks / da ist vortreyb der wahr / da kan derAdel seiner vihezucht genießen . . . / Der Burger kan sein Biervorschencken / sein tuch / rock / und schuch / huffeysen / schlos /bandt / sporn / schwerdt / messer . . . anwerden unnd guthe Müntzdavor bekomen.« »Welches alles nicht sein kondt / wue nichtmennige des volckes were.« Die Grundlage eines blühendenStaates muß eine große wohlhabende Bevölkerung sein, dasist ein merkantilistischer Grundgedanke, der uns durchalle Schriften begleiten wird: hier kommt er zuerst in ganz prä-gnanter Form zum Ausdruck.
Nun habe man jetzt darüber gestritten, ob es gut sei, »gutheaber geringe Müntz« zu schlagen. Man nütze die Bergwerkenicht genügend aus, in der Not würden die Untertanen mit Steuernbelastet, das ginge viel besser, wenn man das Silber anstatt »umbacht gülden und ein ort« nun »umb zehen gülden« vermünzte.Dann gewännen die Fürsten »an jeglicher margk einen güldendrey ort mehr dann vor«. Das gäbe im Jahre eine große Summe,weit mehr als eine Steuer einbrächte. »Solche Müntz würde auchnicht außm lande gefurt.« Dann würde das Land nicht mit un-nützen Waren vom Ausland überschwemmt werden. Das Silbererhielte dann einen höheren Preis. Mit diesen Gründen sucheman die Münzverschlechterung plausibel zu machen. Doch geht