der Müntz wirdt die wahr gewirdert und geschätzt.« Fällt nunder Gehalt des Geldes, »so steiget die wahr / und nimbt derhandel abe«. Wenn der Kaufmann in dem einen Land mehrSilber erhält als in dem anderen, gibt er dort die Ware auchnicht billiger, sondern er will nun in dem Lande, wo die Münzegeringwertiger ist, ebensoviel Silber in der Münze erhalten. Erversucht also desto mehr Münzen zu erhalten, je geringer derSilberwert ist. Daraus würde folgen »das der silberkauff [»Nenn-wert des vermünzten Silbers« sagt Lotz 2 )] nicht kan noch magerhöhet werde / es würde dan das Silber bey allen Nationhöer uh größer geacht«. Aber an eine solche internationaleVerabredung glaubt er nicht, das ist so wenig möglich »dasSilber bey aller weit in einn werth zubringen / Als das jedermannChristen werden und bleiben solt«. Man würde auch nur mitdem Steigen des Silbers den Händler verjagen. Es wäre gottlos,es in dem Lande zu steigern, wo es soviel gibt, wie in denLändern, die es entbehren. Dann würden die Bergwerkeihren Betrieb einstellen, »so man den Gewergken dasSilber nicht anders der anzal nach wolt bezalen*) / dannbißhero / und es gleichwol viel höcher in die Müntz und kauffbringen«.
Zu den Befürwortern einer Münzverschlechterunggehören die verschiedensten Leute: »Ettliche aus eynfalt / und un-vorstandt / die es nicht besser wissen. Die andern aus übrigerliebe die sie zu jhren Herrn tragen. Zum tayl aus gesuch jresaygenen nutzes / Ader aus abgunst so sie zu denen haben / diedurch den handel jm Lande gereicht werden. Und letzlichen auchaus bössem gemüthe / die nun verdorben / und nichts haben /und wolten das weder Herren / noch Lande in vormögen weren«.Die erste Art müsse man bemitleiden, die andern aber, die habenzwar Eifer, aber »nicht nach dem Vorstände«, sie bedenken nicht,was schaden oder nützen könnte. Sie sehen nur das Gegen-wärtige, nicht das Ende. »Darumb«, fährt er fort in ganz anti-fiskalistischem Sinn, »sie bedencken mehr / wie die herrn reichwerden / obs den landen schatt / do dencke sie nicht auff / und
vergessen.das die öbirkeit umb der leute wille ist / und
nicht die leute umb der öbirkeit willen / machen also reiche veter
*) Lotz erinnert daran, daß die Gewerken das erbeutete Silber nur an denFürsten verkaufen durften zu einem von diesem festgesetzten Preis. Wenn sie nunzwar ebensoviel Münzen wie bisher, aber schlechtere erhielten, schädigte man sie natür-lich. (Anm. 2, S. 17.)