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Die alten deutschen Kameralisten : ein Beitrag zur Geschichte der Nationalökonomie und zum Problem des Merkantilismus / von Kurt Zielenziger
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un arme kinder«. Die schlechte Münze richtet viel Schaden an:es »feilet der handel« damit die Zölle, die Bergwerke und»wenn nun das Bergkwergk feilet / so sehen die Fürsten allererst/ was sie getan haben / und feilet dann die mennige derleuthe jm lande«. So geht das Land immer mehr zurück. DasBlei, das Sachsen braucht, muß es dann teurer bezahlen. Abervor allem muß man bedenken: »es seint viel hunderttausent güldenschuld und widerkeuffe im lande / die alle mit guter Müntz erkaufft/ und also zu zalen vorschrieben sein«, wenn nun die Münze fällt,entsteht Unfriede, denn es ist ausbedungen, die Münze nach der»rechten natürlichen wirderung« zurückzuzahlen, nicht aber nachdem Wert, den sie nun durch die Verschlechterung erhalten hat.Sonst vernichtet man den Handel, die Zölle und den Bergbau.Die dritten sind die Handelsleute, die ihren eigenen Nutzensuchen, indem sie das Silber teuer kaufen und wieder verkaufenwollen. Ihnen wächst das Geld im Kasten. Sie denken abernicht daran, daß sie an den Verschreibungen über die »heupt-summen« (Kapitalien) viel verlieren, wenn diese dann in geringererMünze zurückgezahlt werden; und wenn auch tausend Guldenbaren Geldes der alten guten Münze nun im Wert stiegen, sowürden ebenso wieder tausend Gulden »in der vorschreibung«wieder abgehen. »Nun bedenck ein jeder ap es auch müglich /das in einem Lande also viel bar geldes sein kondte / als derselbenverschriebenen heuptsummen«. Der Verlust an diesen Leih-kapitalien muß größer sein als der Gewinn des baren Geldeshierbei. Diejenigen also, die so raten, sehen nur auf den eigenenNutzen und achten nicht des allgemeinen Nachteils, der sich auchin den Erbzinsen zeigen würde. Die vierten schließlich sind die,die aus Abgunst die im Handel reich Gewordenen vertreibenmöchten, »die gerne sehen / das keine Jüden jm Lande were fdomit sie den wucher allein hetten«. Die Letzten sind die, diemit ihrem Verderb auch das der anderen wollen; weil sie all dasIhrige »verprasst / vorschwendet« haben, soll die Obrigkeit auchMangel leiden und niemand bezahlen. Sie sind »erger / dann diewölffe«. Ihnen soll man nicht folgen, sondern die Obrigkeit sollweise regieren und »uns auch mit guther Müntze versehen / undstethem fride erhalten / domit die Bergkwergk und der Handelfreyen fürgang haben / Sie sampt uns endtlich mögen reich undselig werden«.