Druckschrift 
Die alten deutschen Kameralisten : ein Beitrag zur Geschichte der Nationalökonomie und zum Problem des Merkantilismus / von Kurt Zielenziger
Entstehung
Seite
141
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2. Die Müntz Belangende. Antwort und be-richt der furnemesten punct und Artikel/ auff das Büchlein / so der Müntz halben in derChur / und Fürsten zu Sachsen / Landen mit demTitel der Gemeynen stymmen / jedoch sundernamen / kürtzlich jm druck ausgangen ist.

Der freie, weite Blick, der den Albertiner auszeichnete, liegtdem Ernestiner Offiziosus völlig fern. Haben die »GemeynenStymmen« den Kampf um die Münze rein akademisch geführt, sobeginnt er ihn in persönlicher Weise. Er wirft seinem albertinischenGegner reine Interessenvertretung des Kaufmanns und des Bauernvor, und spielt auch gerade er der Protestant! auf die Glaubens-unterschiede an. Jedenfalls zeigt er sich viel kurzsichtiger alssein Gegner, und man könnte von ihm weit eher behaupten, daßer nicht für das allgemeine Wohl, sondern für bestimmte Interessenbesorgt sei, obwohl auch er kein Fiskalist genannt werden kann.Daß die Debatten sich in der Öffentlichkeit vollziehen, ist ihmersichtlich unangenehm, behauptet er doch davon ein Schwindender Regierungsautorität. Nur zum eigenen Vorteil forderten dieAlbertiner von den Fürsten neue Ordnung in Maß und Münze.Die ernestinische Denkschrift ist oft recht unklar und unterscheidetsich auch hierin zum Nachteil von dem wundervollen Stil der »Ge-meinen Stymmen«. Die Argumente dieses Autors sind eher handels-als geldtheoretisch.

Eingangk.

»Die einfürung und der grund solcher Vorrede / des Göttlichenworts / uh die nachfolgende deudsche kauffmanns oder Heroltspredige / so jnn dem selben büchlein von der Müntz / der Chur undFürsten zu Sachssen /welches ... under den Gemein stymmen ...ausgangen / vorgleichen sich wol mit dem furschlage / so in denFabeln beschrieben /als der wolff sein radtschlag dargab. .. / Dannwohin wil es doch mit grund gereimbt / vorstanden / gedeut / odervorgleicht werden / darauff es zuvornemen gemeint sein soll / undwil.« Aller Vorteil der Schrift ziele nur dahin, dem unehrlichenKaufmann mehr Gewinn zuzuwenden, die Ratschläge seien aberdem Gemeinwohl nicht förderlich. Sie gebrauchten GottesWort »zu einem schanddeckel jhrer wucherlichen lasterwerck«. Eswäre nicht vernünftig, über die Dinge so öffentlich zu reden, dieObrigkeit sollte eher den Rat ihrer Untertanen hinzuziehen. Denneiner solle für den andern sorgen. Wenn nun die »Gemeynen