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Die alten deutschen Kameralisten : ein Beitrag zur Geschichte der Nationalökonomie und zum Problem des Merkantilismus / von Kurt Zielenziger
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andere Münzen daraus prägt. Nun möchtest Du sagen: »Wolan /dieweil wir denn / das umbschlahen / unserer müntze« nicht ver-hüten können, ob sie schlecht oder gut sei, »so wollen wir gleichalso lieb / geringe müntze schlahen als gute«, denn dann ist derSchaden für uns geringer, wenn sie umgemünzt wird. Das würdewohl der fürstlichen Kammer nützen, dem Lande aber schaden,alle Preise würden steigen, Gewerbe und Handel geschwächt, derBergbau lahmgelegt werden. »Dieweil aber / die öberkeit / umbder menschen willen geschaffen / So ists besser / das sie an einemzimlichen geringen gewin / begnüge trage / gute müntze schlahe«,daß die Lande und Einwohner sich bessern, als wenndie Obrigkeit sich bereicherte.

Also fiskalistische Gesichtspunkte liegen ihm völlig fern.Die Steigerung des Goldguldens kommt nur von derschlechten Münze her. Darum ist Dein Vorhaben »ein eigen-nütziger vortheilhafftiger Griff«, wenn Du nach dem Silberpreisausmünzen willst. Er wendet sich nun mit Schärfe und vollerIronie gegen den Plan desErnestiners: »Denn daraus wöltevolgen / das du alwege / und so offte das silber steiget /ein andere Müntze machen müstest«, dann aber gäbe es keinefeste Währung, weil das Silber stets steigt, »wo es mit geringerMüntze bezalt sol werden«. Wird es teurer und Du willst nachdem Preis münzen, »so mustu abermals / die müntze geringerschlahen / Schlechstu sie denn aber geringer / so mustu jhr aber-mals deste mehr vor eine Marek silber geben«. Es würde alsodas Silber nun so oft und so hoch gesteigert »das zu letzt / diemüntze eitel kupffer würde«. Wie berechtigt gerade dieser Ein-wand ist, werden wir im III. Teile sehen. Aber bei einer gutenMünze bleibt das Silber im rechten Wert, und Du hast eine stetsgangbare Münze. Es »hengt der kauff des silbers / an derMüntze / Ist die Müntze gut / so bleibt das silber innseinem rechten werthe / Ist aber die müntze böse / Somus not wegen das silber steigen«. All das tritt aber nurbei Freiprägbarkeit ein, die auch er vergißt.

Du wendest ein, die Kaufleute hätten Schaden; zwar istes wahr, daß es besser wäre, wenn man ihrer nicht benötigte undsich jeder »der fürwitzigen kleidunge . . . und der gleiche über-flüssigen prachts« enthalte, aber dem ist nicht so, und der aus-ländischen Gewürze kann man nicht entbehren. Dann aber istes besser, man kauft die Ware wohlfeil im Lande. »Jha / dasfrembde leut / inn unser Lande kommen / solche wahre bey uns

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