Druckschrift 
Die alten deutschen Kameralisten : ein Beitrag zur Geschichte der Nationalökonomie und zum Problem des Merkantilismus / von Kurt Zielenziger
Entstehung
Seite
154
Einzelbild herunterladen
 

154

keuffen / und andere wahre ins Landt widerumb brengen müssen/ der wir hier bedürffen / domit bessern sich die einwonnere / derLande / nicht allein die wirthe / und Gastgeber / nicht alleineder Herren Zölle und Geleite / sondern alle handtwerger.«Hier denkt er auch ausdrücklich an der Herren Interesse!Das tritt aber nur ein, wenn die Münze gut ist. Denn der Kauf-mann sieht nicht auf die Anzahl der Münzstücke, sondern aufihren Silbergehalt, »und macht seine rechnunge / nach demwerdt des silbers. Hat die müntze jhr gebürlich Silber / unndist gut / so nimpt er jhr desteweniger vor die wahre / Stecketaber inn der müntze wenig silbers / und ist böse / so mus manjme derer so vil destemehr geben«. Er gibt nun noch rechtinteressant das Steigen des Konsums und der Bevölkerungals Gründe für das Steigen der Preise an und versucht damitlange vor Bodin das Rätsel der damals einsetzenden Preisrevolutionzu lösen. Es mag wohl sein, daß die Handwerkswaren gestiegensind, aber »unsere vorfarn haben aller ding messiger gebraucht«und nicht so auf die Pracht gesehen. Jetzt aber will man »alleding auffs subtilest gemacht haben« und doch »wil man nichtslange tragen«. »Zu deme thut auch sehr viel / die große mennige /der leute / in diessen landen«, die so groß früher nicht war. »Wudenn viel leut sein / do ist viel vertreibs / und den handtwergenvolle erbeit / zuforderst auch / die weil alle dinge . . . mercklichsteigen.« So steigt alles im Preise; wenn das aber bei guter Münzeschon so ist, um wieviel mehr dann erst bei schlechter?

Noch zum Schluß wiederholt er: von der Verschlechterungder Münze hätten nur die Fürsten Vorteil, ganz verdrängenkönnte man den fremden Kaufmann nicht. Er sieht keinesfallsim Gelde den einzigen Reichtum: »Du zeigest an / Gelt heißeReichthumb / Un fürest daraus ein / Wenn man geringe Müntzeschlüge / so bliebe das Reichthumb jm Lande / und die kauff-mans wahre draußen / Du mußt aber auch dobey sagen / wenndie Müntze geringe geschlagen wörde / bey weme / der Reichtumb/ so man mit der geringen müntze eröbrigt / im Lande bliebe.Nemlich / bey niemandts / denn bey den Fürsten / unnd Müntz-herren / die würden jhre silber tliewer verkeuffen / und vermüntzen/ und den eigenen nutz inn jhre kammer / nehemen«; die Unter-tanen aber hätten den Schaden, ebenso die Zinsberechtigten. Den-noch würde der fremde Kaufmann zu uns kommen und dieWare »nach dem werth des silbers achten«. Wollten wiraber die Ware im Ausland kaufen oder dort etwas bezahlen, »so