i55
wölte uns unsere geringe müntze nicht geldten«, und wirmüßten Schaden erleiden. Jetzt müssen noch alle bei uns wegender guten Münze ihre Waren billiger verkaufen als daheim. Duwürdest also mit Deiner schlechten Münze weder den fremdenHändler noch den Luxus verbannen. »Richtest nichts meherdomit auß / denn was einer vor seiner thüre und inn wolfeilemkauffe bekommen mag . . . das er sölchs anderswoher holen / undumb die Geringen müntze / theuer erkeuffen . . . mus. . . . Darümbkanst du deme kauffman nicht schuldt geben / das er dielandt arm mache / sondern dein hoffart und Vorwitz macht dicharm / Zwingt doch der Kauffmann niemandts darzu / daßer jme abekeuffen mus.« Das ist ein Gedanke, wie er selbstüber dem Horizont der großen österreichischen Kameralisten steht.Du kannst ja beantragen, zu beratschlagen, wie man die unnötigePracht abschaffen könne, aber es dürfen nicht um eines Miß-brauchs willen »alle ding zu boden gestoßen / gute müntze / undder handel / deiner meinunge nach / vortriben« werden, das brächte»mehr Schadens und nachtheils / denn der mißbrauch gethan hat«.
Volkswohl geht über Fürstenwohl, mit diesem Mottoschließt er: »Jn summa / gehet dein gantzer rathschlag / gardorauff / das du den Herren / einen nutz / wilt in jre kammermachen / Achtest geringe / das Land und leutte dadurch vor-derben / die Gewercken / die forderunge der Silberbergwerckliegen lassen müssen / welchs wider Gott ist / der die Oberkeitdarumb geordent hat / das sie inn jhrem Regiment / Landen undLeutten / nicht zu eigenem nutze vorstehen / und regiren sol.«
Der Albertiner zeigt sich in seinen beiden Münzschriftenunbeengt von mittelalterlichen Vorstellungen, mit scharfem Blickerkennt er, was von Nutzen für die Volkwirtschaft ist, undnimmt freudigen Anteil an ihrem Fortschritt: dem zünftlerischenSinn des Ernestiners tritt seine kapitalistische Auffassungentgegen.