Zusehen und aus seinem politischen mehr einen handelspoli-tischen Diskurs zu machen? Der Kaufmann, der den Bedarf be-friedigte, regte ihn auch an. Er war es und ist es noch heute,der an der Leitung der großen vielrädrigen Maschine steht undfür das Ineinandergreifen aller Räder und Speichen zu sorgen hat.Small, der mehrmals betont, man müsse die Zeit der Kamera-listen nicht mit unseren Augen sehen, zeigt aber hier wenig Ver-ständnis.
Becher geht nun besonders auf die Pflichten des Kauf-manns ein. »Durch das Wort Verlegen aber verstehe ich / wannein reicher Mann den Handwercksleuten Mittl macht / daß siedie in dem Land fallende / oder auss der Frembde hereingebrachterohe Waren in manufacturen verarbeiten können / und dann einsolcher Verläger die gemachte manufacturen von ihm wieder umbein billiches Geld nimbt / und hernach anderwerts / so gut er kan /inn oder ausser Lands verhandelt« 69 ). Das sind rechtschaffeneKaufleute, denn sie geben den Bewohnern Brot und Geld, ja sieziehen solches noch ins Land hinein; die aber, die die Rohstoffeausführen und in der Fremde verarbeiten lassen und lieber denAusländern das Geld gönnen, »hingegen ihres Lands-FürstenUnterthanen arm machen,« »welche allein auf ihren Profit sehen,das Land schinden / schaben und aussaugen / ... als bissige Hundan dem Bein allein nagen wollen / des Landmanns und Handwercks-manns blutigen Schweiss aussaugen . . . diss seynd die Blut- undSaugigel einer Republick / der Todt und Untergang / derselbenEnd / dann sie mindern die populosität und entziehen dem Landdie Nahrung / bereichen dessen Feind«, »dann weil dieser Judenund Canalien böse intention nur ein Monopolium ist / und auff ihreBereichung allein sihet / ihres Nachbarn . . . Beförderung aber . . .gantz auf die Seite setzet . . ., gilt ihnen gleich . . . wie lang einStaat stehe / ob er wol / oder übel fahre« 70 ). Sie meinen, mankönne die Waren nicht im Lande hersteilen, weil sie natürlich ihrenGewinn machen wollen und zu faul sind. Das sind aber die »Todt-feind / und pesten der republick«, denn sie vermindern Nahrungund Bevölkerung. So ist es klar, »dass ein Kauffmann einLand auffbringen / oder verderben könne« 71 ), denn Hand-werker und Bauer hängen von ihnen ab. »Warum«, fragt Becher vollZorn, »schlägt man einem Mörder den Kopff herab/und hencket einenDieb / allein darumb / dass der erste die populosität / der ander dieNahrung der Gemeinde mindert / und diese lose Menschen / dievorige Art von Kauffleuten / welche beydes begehen / . . . dise . . . /