aber »drey gefährliche / und höchstschädliche / verderblicheFeinde / derer erste die populosität verhindert / und der ist dasMonopolium, der andere verhindert die Nahrung / und der ist dasPolypolium / der dritte zertrennet die Gemeinschaft / und der istdas Propolium« 76 ).
Becher geht deshalb auf diese Todfeinde genauer ein. DasMonopol besteht dann — wie er meint — »wann ein Glied inder Gemeind das allein hat in der Nahrung / worvon sonstenin der Gemeinde viel andere leben könten« 77 ). Der Zweckder bürgerlichen Gesellschaft sei die Vielheit der Menschen, dasMonopol diene aber nur einem, so würde das Land arm. Wennauch der eine reicher würde, so sei es viel besser, es gäbe vielmittelmäßig reiche als wenige ganz reiche. Die Monopo-listen aber lebten im Überfluß und entzögen die Nahrung denandern. Deswegen seien die Behörden mit Recht gegen dasMonopol vorgegangen. — Dem Monopol entgegengesetzt sei nundas Polypolium, »dann gleichwie in dem Monopolio einer hat /worvon viel leben können / also gibt das Polypolium allen dieses,worvon nur etliche leben können«, sie sind »beyde der civilsocietät höchste Feind« 78 ). Unter dem Polypol versteht er eigent-lich die Überproduktion, denn er meint, wenn an einem Ortsich gerade 50 Schuster ernähren könnten, und es kämen noch150 dazu, so würden alle verderben. Es sei viel besser, wenn»eine gewisse Anzahl mittelmässig reicher Leut / als ein über-grosse Mänge Bettler und armer Polypolisten« vorhanden sei. Auchhier zeigt sich wieder seine Sorge um eine möglichst harmo-nische Verteilung im Staate; er ist noch nicht frei von derNahrungsidee des Mittelalters. Gegen die beiden Übel wärendie Zünfte geschaffen, die die Zahl der Flandwerker in die rechteProportion brächten. Aber sie wären jetzt auch durch die Schwierig-keiten, Meister zu werden, ein heimliches Monopol geworden. Des-halb hätten die Flolländer die Zünfte aufgehoben und jedem er-laubt, sich nach Belieben zu ernähren. So reißen sich die Hand-werker um die Bestellungen und befleißigen sich guter Arbeit.Aber Becher ist nicht für die freie Konkurrenz zu haben, ersieht in ihr keine Vorteile, nur die Verleger hätten sie, die Hand-werker würden doch in Armut bleiben, und Holland würde darannoch einmal zugrunde gehen, weil die Handwerker davonliefen;hingegen würden sie in Deutschland durch die Zünfte gehalten,da es hier keine ausländische Konsumtion wie in Holland gäbe. Essei aber sehr schwierig, »die Nahrung nach den Leuten und die