kommen / wann sie es nicht thäte / die Frantzosen habens gethan /die können das Weibsvolck aussbutzen mit Kleydern / Haaren /Augen (wann eins fählt / Zähnen / wann etliche mangeln) / Ge-sicht-Farben / Brüst / Harnischen / Plancheten / Hembder /Strümpff / Schuhe / die können sie behäncken mit Spieglen /Uhren / Corallen ... sie stechen ihnen Löcher durch die Ohren /und häncken ihnen daran was sie wollen / solten auch die OhrenEsels lang gezogen werden.« Und für all dies gehen jährlich»vier Millionen Thaler / und baares gutes Geld« nach Frank-reich, was in Deutschland ebenso gut hergestellt wird und»viel tausend arme Menschen« ernährt 84 ).
Nach diesem Zornesausbruch beschäftigt sich Becher wiedermit den verschiedenen Handelsarten. Den Juwelierhandelhält er für gefährlich, er erfordere auch große Kenntnisse und vielKapital. Beim Metallhandel meint er: »das Gelt ist in derWelt / Werth und Wechseln gantz different, dessentwegen der /welcher damit handeln will / gute Nachricht haben muss«, anvielen Orten sei die Edelmetallausfuhr verboten, aber fährt erfort, »Deutschland ist allein so reich an Gold und Silber / dass esallen zulässet / solche häufig hinauss an die Frembde zu ver-führen« 85 ). — Diese Stelle kann im Zusammenhang mit seinenKlagen über die Ausfuhr der bitter notwendigen Gelder für allerleiTand nur ironisch aufgefaßt werden. — Den vierzehn Handels-arten entsprechend empfiehlt er vierzehn Handelskompagnien,so gibt es weder ein Monopol noch ein Polypol, die Verlegerlegen ihr Geld gut an und stellen »viel tausend Menschen in dieArbeit«, und das Geld bleibt im Lande. Wir wissen, daß es nichtder Geldbesitz als solcher war, der die Merkantilisten diesen Ge-sichtspunkt so oft betonen ließ, sondern die Sorge um die Hebungder heimischen Produktion und die allgemeine Wohlfahrt. DieBettler müßte man in ein Zucht- und Werkhaus stecken,auch wäre ein Landkaufhaus das beste Mittel gegen das Pro-polium der Kaufleute, allen aber nützte eine Bank 86 ). Auch hierwieder verweist er seine Mitbürger auf das Vorbild aller Mer-kantilisten, auf Holland. Die holländischen Einflüsse, die wirschon hervorhoben, wurden durch seine häufigen Reisen nach denNiederlanden noch verstärkt. Er sagt: »Wann wir ein klein wenignur nachsinnen wollen / wordurch Hollandt / ein schlechte Graff-schafft / zu solchem Standt kommen seye / dass es allein nunmehr an Mitteln als das gantze Römische Reich vermag / so kanman keine andere Ursach finden / als die Commercien / ihre