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libertät und resolution solche zu führen / sie verarbeiten Se}’denund wächst keine im Landt / sie holen frembder Leuth Flachsund Hanff / machen Spitzen und schöne Leinwand darvon ....wer thut es ihnen wol in der Truckerey und Buchhandel bevor? . . .man muss sagen / dass Hollandt ein Mutter vom Jubilierhandelseye . ... / ich glaube nicht dass an einem Ort mehr mit Gold /Silber / Kupffer / Eysen / Bley / Zinn und anderen MineralienHandelschafft . . . getrieben werden.« »Findet man doch . . .dass dieser Orth / da nichts oder wenig wachst / alle andereOerther mit Überfluss proviantirt.« »Die Holländer machen . . .auss den Commerciis eine materiam Status, und führen so kostbareKrieg darumb / sie wissen wol / dass die Commercien ihr LandtVolckreich / Nahrhafft / und rechte Gemeinschafft darinnenmachen ... in Hollandt hat alles seine Nahrung / manleidet und siehet keine Bettelleuth / wie Volckreich dennoch Hol-landt seye / weiss der jenige / der darinnen gewesen / und ge-sehen / dass es schier nur eine Statt ist / ihre herrliche Pro-viant-Häuser / Zucht- und Werck-Häuser / Banck- und Kauff-Häuser der Compagnien seynd Zeugnuss ihres Fleisses / resolutionund Verstands / sie seynd noch nicht damit zu frieden / was sieinnerhalb Lands thun / sondern sie reysen / und treiben commerciain die gantze Welt . . . durch ihren Handel saugen und ziehensie das Gelt von allen Orthen an sich« 87 ). Aus diesen Wortenspricht ehrliche Bewunderung für die Tatkraft der Holländer,so sollten es die Deutschen auch machen, denn sie könnten es.»Teutschlandt ist ein mächtig Landt / und hat seine gewisseInnländische consumption, die Hollandt nicht hat / wann auch dieTeutschen in die Frembde handeln wolle / wird es ihnen an Ge-legenheit und Freyheit . . . nicht mangeln«. »Weiter / Teutsch-landt hat die Wahren im Land selbsten / worvon es allerhandmanufacturen machen kan lassen ... in Teutschlandt ist dess Hauss-zinss / Holtz und Lebens-Mitlen wegen besser / als in Hollandtzu leben . . . diese treffliche / und Hauptvortheil nun haben wirin Teutschlandt / und stehen doch still / lassens solche thun / diedergleichen nicht haben . . . unterdessen gehet das Gelt auss demLandt« 88 ). Becher weiß aber, wie schwer es hält, hier zu be-kehren, und daß der Prophet nichts im Vaterlande gilt: »er mussaber ein guter Oculist seyn / der uns Teutschen den Staarenhierinnen stechen will / dann von Inländern wil mans nichtleiden / dörffen auch die Wahrheit nicht recht sagen« 89 ). Dennunter hunderttausend fände sich kaum einer, der sich um des