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niemands anders zu dem freyen propolat gelangen kan / sonderndas Propolium in ein Monopolium lauft« 108 ). Wollen wir den Be-griff des Propols in unser volkswirtschaftliches Deutsch übersetzen,so werden wir es »Ring«, auch »Schwänze« oder »Corner«nennen können, denn ihr Prinzip ist »der Aufkauf möglichst allerauf einem Markt vorhandenen Waren zum Zwecke der Monopoli-sierung derselben« (Lief mann 107 ). So sei die Ostindische Kompagniein Holland ein rechtes Propolium, da sie niemand zum Handelmit Indien zulasse. Nicht alle Propolien wären schädlich, gibt erzu, nur die, »welche machen / dass kein anderer darzu gelangenkann« 108 ). Die weiteren Ausführungen werden zeigen, was Becherunter diesem »Vorkauf« versteht. Ihn leitet noch immer die Idee,daß für jeden im Lande gesorgt sein müsse, und daß daher jederSondervorteil zu bekämpfen sei. Gerade diese Darlegungen werdenunserem volkswirtschaftlichen Empfinden als die am wenigstenzu billigenden erscheinen, weil sie weit mehr der Nahrungs- alsder kapitalistischen Idee sich nähern.
Becher bespricht nun die Mittel, um die Propolien in allenLändern zu verhüten, zunächst beim Bauernstand. DasPropolium könne beim Käufer und Verkäufer liegen, indem jenerseinen Nachbarn zum Trotz seine Ware billiger verkauft, undihrerseits die Käufer Verträge machen, nur zu einem bestimmtenPreise zu kaufen, was besonders bei Wein, Wolle, Früchten undVieh geschehe. Darum sei man am Rhein auf den Ausweg ver-fallen, genau allen Wein zu verzeichnen; die Kaufleute müßtenerklären, wieviel Wein sie nehmen wollen, und in jedem Kellerwürden die Stücke gezeichnet, die sie dann auch verkaufen könnten.So würden die Propolien verhütet. Becher empfiehlt also hier eineArt Kontingentierung. Wie unkapitalistisch er noch denkt, zeigtder ganze Kampf gogen die Propolien. So gingen selbst dieWilden in Indien gegen sie vor, indem sie gemeinsam sammelnund verkaufen und den Erlös unter sich teilen. Denn ein Landerleide Schaden durch das Propol, da es Teuerung und Mangelverursache. Aber auch so könne ein Propol eintreten, wenn alteWeiber oder Makler auf die Bauern vor den Toren warten, umihnen die Ware abzukaufen und doppelt so teuer zu verkaufen,oder dort wo keine Marktordnung sei, dadurch könne eine Teuerungentstehen, denn alle steigerten die Preise. Auch unter den Käufernentstünden Propolien, dort z. B. wo Hofhaltungen am Ort wären,und die Bedienten vor allen anderen kauften. Die Mittel dagegensind nun »die Auffrichtung der Land-Magazinen / und Proviant-