laden. Das Werkhaus könne auch gleichzeitig ein Zuchthaussein, deshalb fragt er ganz konsequent: »dann was nutzet einDieb / der umb fünfftzig Gulden ist gehänckt worden / sich oderdiesem / dem er gestohlen? da er doch in einem Werckhauss ineine Jahr wol viermal so viel wieder verdiene kan« 124 ). In demWerkhaus finden alle Gutwilligen Arbeit und ihr täglich Brot,die Bestellung des Hauses besteht »i. In permissionder Obrigkeit. 2. In Verlagern. 3. In guter Obrigkeitlicherinspection und der Verläger direction. 4. In consumption undVerhandlung der darinnen erarbeiteter Güter und Wahren.5. In guter Bezahlung der Arbeiter« 126 ). Auch wisse dann jeder,wo er mit der Arbeit hinsolle, und woher er Gesellen bekäme,denn diesen würden die Flügel ordentlich beschnitten. Erdberg hat recht, wenn er sagt, das Werkhaus sollte »das goldene Zeit-alter des Handwerks herraufführen« 126 ), denn nach Bechers An-sicht würde es die Guten belohnen, den Armen Arbeit geben, denarmen Kindern Nahrung verschaffen, die Propolien verhüten, so»ist ein Werckhauss einer Statt so nöhtig / als ein Rahthaus.. . .den Reichen ein Mittel / mit gutem Nutzen ihr Gelt anzuwenden /den Armen eine wahres Gasthauss / asylum und Zuflucht / einstück Brot zu verdienen« 127 ).
Zu guterletzt will Becher noch den Kaufleuten zeigen,wie sie ihr Propolium bekämpfen können, dazu dient ein Stapel-oder Kaufhaus. Dort müssen alle Kaufleute ihre Gewölbe habenund ihre Waren niederlegen, die taxiert und zu keinem andernPreis verkauft werden dürfen. Dann kann man die Einfuhrfremder Güter und die Jahrmärkte ruhig verbieten. Auch dieHandwerker können dort ihre Manufakturen niederlegen. Dennes sei eine Schande, daß die Deutschen ihre Waren nicht selberholten. »Wäre es nicht besser / dass / wie oben gedacht / gewisseCompagnien fundirt würden / welche in grosso ein gantzesLandt Jährlich / und auff einmal versehen thäten / und mit welchenman dess Preyses wegen handlen / und sich vergleichen köndte /auch welcher man versichert wäre / als dass man so ungewissenLeuthen nun trauet / welche alsobald mit dem weglauffen / nach-deme sie gnug begütert / trotzen und pochen / und von welchenalle andern dependieren müssen.« »Aber wir suchen nicht alleinunsern Inländischen Handel nicht zu befördern / sondern denckennoch viel weniger an den / der in die Frembde gethan wird / undmit Vortheil und Nutzen gethan werden kan / klagen stätsnach Gelt/ und lassen doch die Frembde solches stündlich