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Die alten deutschen Kameralisten : ein Beitrag zur Geschichte der Nationalökonomie und zum Problem des Merkantilismus / von Kurt Zielenziger
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lieh war. Es ist entschuldbar, wenn er dem Zweck entsprechendbisweilen etwas zu schwarz malt. An Vielseitigkeit und Be-deutung überragt er alle alten Kameralisten.

b) Die kleineren politisch - wirtschaft-lichen Schriften.

In dem »Politischen Diseurs « wurzelt vor allem Bechers Kraftund Stärke, denn in ihm sind alle seine volkswirtschaftlichen Ge-danken konzentriert; daher werden uns die kleineren politisch-wirtschaftlichen Schriften nicht mehr sehr originell erscheinen.Das kann nicht Wunder nehmen, stellen sie doch meist Gut-achten und Referate dar, die Becher im Laufe seiner Tätigkeitverfaßte, und auf die er später sein Hauptwerk aufbaute, oder dienach dem Erscheinen des »Politischen Discurses« die alten Ge-danken mit neuer Wärme vertreten sollten. Becher mußte alsPolitiker sich immer wieder zu seinen Ideen bekennen und stetsvon neuem für sie kämpfen. Jede dieser Schriften hier zubesprechen ist unmöglich, würde auch unrichtig sein, weil esnicht Aufgabe dieses Buches sein soll, mit lexikographischer Ge-nauigkeit, über jedes von jedem Kameralisten geschriebene Wortzu berichten. Aber das Wenige, was aus der Fülle ausgewähltwerden muß, wird das Bild des Volkswirtes Becher, das wirhier geben wollen, in mancherlei Punkten vervollständigen.

a) Aus dem dritten, vierten und fünftenTeil des Politischen Diskurses.

Der dritte Teil des Diskurses enthält die MünchenerAkten und Gutachten. An ihre Spitze stellt er »etlicheMercantilische Reguln«, als deren erste gilt: »Man solle alle-zeit sehen / daß man das Gelt im Land behalte / und von fremb-den Orthen noch ein mehrers darzu bringe / darauß folget dann /daß alles / so Gelt ins Land bringet / zu leyden / was aber dasGelt hinaußträget / abzuschaffen seye 134 ).« Es sind in diesen fünf-zehn Regeln die Gedanken zusammengefaßt, denen er die beidenersten Teile widmete, ähnliche Regeln, wie sie später Hornigkpräciser gab. Der Punkt vom »Müntzwesen« erläutert die ersteRegel; aber ein neuer, sehr interessanter Gesichtspunkt trittauf: Becher nennt das Geld eine Ware: »so ist ja keine Waar /die theurer / und nötiger einem Land / als Gelt / ist / und istkeine Waar mehr als Gelt / so es auß dem Land gehet / mitimposten zu beschwehren / dieweil das Gelt gleichsamb die Nerveund Seel eines Landts ist / und nothwendiglich durch Ent-