auch »eine extraordinär Manier von Nahrung« nennt 226 ). Aberimmer wieder kommt er auf seine kommunistischen Gedankenzurück: »Ich hielte dieses vor das allerglückseligste und vergnüg-lichste Leben / wann ein jeder Mensch selbsten so viel Land hätteund bauete ... als zur Nahrung ihm vonnöthen / so viel imHandwerk verstünde / als sich zu bedienen erfordert / so würdeer niemands / auch keines Geldes / und zwar wenig Arbeit von-nöthen haben« 226 ).
Gott ist auch ewig, und des Menschen Teil daran istGesundheit und langes Leben. Diese Behauptung veranlaßtBecher mit seinen medizinischen Kenntnissen aufzuwarten;war er doch zuerst Arzt gewesen. Alle diese Vorschriften könnenuns hier nicht interessieren, eher schon seine Ansichten vomLIeiraten, die wiederum zeigen, daß er kein blinder Popula-tionist war. Fünferlei ist beim Heiraten zu beachten: Glaubenund Religion der Eheleute müssen gleich sein, der ehrliche Nameund gute Lebenswandel der Frau, aber auch ihre Gesundheit mußbeachtet werden, vor allem »muß man auch auf Lebens-Mittelgedencken / sich ehrlich zu ernehren / da muß man vernehmen /ob der Bräutigam Mittel hat / ob er einen Dienst oder sonst eineWissenschaft und Kunst hat / Weib und Kind ehrlich zu er-nehren. Hingegen ob die Braut auch bey Mitteln sey« 227 ). DieMonogamie sei die natürliche Form, denn »es hat mancher ge-meiner Mann ein gantz dutzen Kinder zu Hauß / von einerFrauen / was würde erst seyn / wenn er viel hätte. Der Menschenseynd bereits so zu viel / ohnerachtet einer so großen Menge / soin dem Krieg erschlagen wird / und umkommt« 228 ). Das klingtschon fast malthusianisch, aber man darf nicht zu viel aus jedergelegentlichen Äußerung herauslesen. Zum Schluß teilt Bechermit, wie er zu dieser »Scientz« gekommen sei. Diese Stelle istvon biographischem Interesse, da wir über die verschiedenstenEinflüsse bedeutender Männer erfahren, mit denen er verkehrthaben will, und über die mannigfachen Bücher, die er geschriebenhat 229 ). So sehen wir wieder eine Ähnlichkeit mit‘der »NärrischenWeißheit«.
Becher will die psychosophischen Ideen in einer Gesell-schaft praktisch verwerten, hatte ihm doch Herzog GustavAdolf zu Mecklenburg-Güstrow eine Zufluchtsstätte angeboten. Wiediese Gemeinde gedacht ist, entnehmen wir dem »Entwurff / oderEinladung / Einer Ruh-Liebenden und ihrem Nechstenzu dienen suchenden Philosophischen Gesellschaft«, den