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Die alten deutschen Kameralisten : ein Beitrag zur Geschichte der Nationalökonomie und zum Problem des Merkantilismus / von Kurt Zielenziger
Entstehung
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Die ersten dienen der Idee des Kampfes gegen Frank-reich . Zunächst gab er unter dem Namen H. G. D. C. (Hippo-phili Galeacii de Corneliis Francopolitae) drei staatsrechtlicheSchriften heraus (1682), die sich gegen die französischen Land-ansprüche und die Anmaßung der Reunionskammern wandten.Er beweist in ihnen, daß im Gegenteil ganz Frankreich eigentlichzu Deutschland gehöre. Die erste Schrift »Wahrer Bericht vondem Alten Königreich Austrasien« behauptet, daß das Erbedes Reiches Karls des Großen auf Deutschland übergegangen sei,daher müßte Deutschland sich beschweren, daß ihm Westgallienentrissen sei. »Ich meines Orts,« schließt er, »wünsche meinemwerthen / anjetzo so bedrängten Vatterland von ganzen Herzen /dass der eine Zeit her / wie es fast scheinen will / von ihm ent-wichene Geist dess Raths / der Stärke / und der Eintracht / wie-derum auf dasselbe kehre« 1 ). In gleicherweise mahnt er in demanderen Buch: »Wahrer Bericht von dem alten KönigreichLothringen«, in dem er Lothringen für Deutschland fordert.»Hätten wir die Länder an der Maas / Mosel und Schelde / unsereVoreltern aber die an der Saone und Rhone nicht lassen Franzö-sisch werden / so würde Frankreich heutigen Tags nicht auf demRhein stehen.« »Noch würde es sich erkühnen dürften mit unsden weiland freyen / grossthätigen und unüberwindlichen Teutschen /als dem verächtlichsten Volk der Welt / umzugehen« 2 ). »Aufdann« ruft Hornigk den Deutschen zu »ihr alle / denennoch ein wahrhafftiger Teutscher Blutstropf in denen Adernwallet! Dort auf den Ufern des geängstigten Rheins ist der Plan« 3 ).Nachdem er die Rechtsansprüche Frankreichs widerlegt, will erin der letzten Schrift »Wahres Frankreich oder Bericht vondem Königreich Germanien «, »das innerliche Flaupt-Wesen /und so Zureden die eigentliche Person des Teutschen Reichs« be-leuchten, »und ziehe«, fährt er fort, »einem auswertigen Volck dieLarve ab / mittelst deren es sich in das Fränckische Reich ver-stellend / die Welt etlich hundert Jahr lang geäffet / und unsTeutsche gleichsam uns Selbsten zurauben / und unsers unzertrenn-lichen Personal Characters zuentsetzen vermessentlich unterfangen« 4 ).Das wahre Reich der Franken ist Deutschland , aber nurmit dem Degen kann man den Franzosen »das so unrechtmässigerWeiss abgewältigte Straßburg und den Rhein -Strom« wiederabnehmen. Schreiten wir jetzt nicht ein, dann muß die Hilfeanderswoher kommen, »weilen Franckreich eine Mauer ist / dieumb ihres unerhörten Übermuths und Ungerechtigkeit willen von