der Zornhand Gottes / des Hassers aller stoltzen und übermüthigeihre Stürtzung unfehlbarlich zugewarten hat« 5 ).
Im Jahre 1684 erschien unter dem Decknamen P. W. v. H.Hornigks Hauptwerk: »Oesterreich über alles / wann es nurwill«, das man früher auch Becher zugeschrieben hat. Hierhat er aus seinen Ermahnungen und Klagen ein festes Programmgestaltet, dem er vor allem noch die wirtschaftlichen Momenteeinfügte. Erwähnt sei noch ein 1708 herausgegebenes Buch:»Historische Anzeigen von den Privilegien des ErzhausesOesterreich.«
Oesterreich über alles/Wann es nur will.
»Ich habe mir vorgenommen / zu erweisen / dass Oester-reich über alles seyn könne / wann es nur wolle« 6 ). Mitdiesen Worten beginnt Hornigk sein berühmtes Buch; er will zuÖsterreich alle Länder des Erzhauses, auch Ungarn , rechnen. »DieUbertrefflichkeit / worauf die gantze Frag gestehet ist / setze ichin den von andern Nationen independirenden / es sey würck-lich gegenwärtigen / oder doch möglichen Ueberfluss menschlicherNothdurfften und Bequemlichkeiten / in spezie Goldes und Silbers« 7 ).Veranlaßt habe ihn zu seiner Schrift das Traktätlein »Deutsch-land über Franckreich«: wir sahen schon, wie wesensverwandtbeide Veröffentlichungen sind. Dort werde geraten, es sollten sichdie einzelnen Reichsstände ihre Landsökonomie — von der mandie Cameral-Oekonomie wohl trennen müsse, wie Hornigk hin-zusetzt — sehr angelegen sein lassen. Wenn ihm jemand einwende,daß diese kriegerischen Zeiten nicht zu solchen Betrachtungenangetan wären, dem erwidere er, daß sie gerade dazu veranlaßten.Denn »ist nun der Mangel an Geld die Quelle unsers sogroßen / und in langer Zeit nicht ersetzlichen Unglücks / wannist dann mehrer Zeit / selbigen zu steuren / als den / da die Nothzum grösten?« 8 ). Und litte der Krieg auch nicht die Anlage neuerKommerzien und Manufakturen, so doch die Verhinderung fremderWaren, »wofür unser bestes Geblüt / das innerste Marek unserKräfften / unser gutes Gold und Silver / Millionenweiss unsernErtz- und Erb-Feinden zurinnet« 9 ). Man begnüge sich nur einmalmit den heimischen Waren und meide vor allem die französischen,dazu bedürfe es keiner Armeen, sondern nur eines Federstrichs,und dabei gewännen Kaiser und Land.
So entwickelt Hornigk in den ersten Sätzen sein merkan-tilistisches Programm: Österreich steht voran in der Welt, aber