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Sie wollen dem Fürsten seine Vergnügungen verkürzen, die ernach der Mühe als Erholung braucht, oder wieder andere wollen»durch gute wirthschafft und erdenckliche Sparsamkeit das ver-lohrne wieder herbey bringen«, beschneiden deshalb die Besoldungder Bedienten, verweigern die Almosen und werden so jedermannsFeind. Man muß aber unterscheiden zwischen einer »Oecono-miam rusticam & Oeconomiam politicam«, denn sonstwürden »von einem Landes-Fürsten der unterthanen gemütheralieniret / der Landes-Fürst aber seiner reputation und autoritätbey fremden höfen beraubet / von wackern leuten entblöset / auchland und leute in gefahr gesetzet werden«. Ein verständigerKameralist muß aber den Kredit der Kammer erhalten, den sieebenso braucht wie die Kaufmannschaft. Denn die Sparsamkeitdarf nicht in Geiz ausarten, weil es dem Lande wenig nützt, wennder Fürst das Geld in den Kasten legt 17 ).
Als Merkantilist mußte es Schröder darauf ankommen, denUmsatz des Geldes zu beschleunigen, ein Schatz war zwarnotwendig, aber vor allem sollte das Geld als Produktions-faktor dienen; sonst würde das Land, das dem Ausland auchWaren bezahlen muß, sogar ärmer. So folgt »daß / dieweil daspendulum des Estats, nemlich das ge 1 d / welche alle Ungleich-heit im handel und wandel in einer gleichen bewegung gehenmachet / verlohren ist / daß das commercium gar zerfallen unddie leute arm und dürfftig werden müssen / und dieweil das ver-mögen des landes so dann nur aus der erde wachsen muß«. Daaber der Teil der Leute, die sich vom Ackerbau ernähren, derkleinste im Lande ist, »so werden die meisten einwohner des landesaus mangel der nahrung sich verlauffen / und wird ein ödes Landund ein armer Fürst daraus werden«. So betont auch Schröder,daß es nicht auf den bloßen Geldbesitz ankommt: »Dann obgleichder Fürst alles solches geld im leasten liegen hat ... sokan er doch kein reicher Fürst genennet werden . . . ein Fürstist alsdann reich zu schätzen / wenn er reiche unterthanenhat« 18 ). Der Fürst soll nicht am Unrechten Ort sparen: darfweder die »nothwendige Unterhaltung und zuläßliche ergetzlichkeit«der Fürstin noch den äußeren Glanz seines Hofes einschränken.Vor allem aber soll er nicht an dem sparen, was zur Sicherheitseiner Person und Länder dient, braucht also eine Leibgarde, eintüchtiges Heer und eine starke Flotte. Denn »was ist ein Fürstohne land / und was ist ein land ohne Soldaten?« DenselbenZwecken dient ein gutes Nachrichtenwesen in und außer dem Lande.