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Die alten deutschen Kameralisten : ein Beitrag zur Geschichte der Nationalökonomie und zum Problem des Merkantilismus / von Kurt Zielenziger
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Ebenso soll der Fürst allen denen, die nützliche Erfindungen ge-macht haben, seine Unterstützung leihen und sie durch Belohnungenermuntern. Daher muß er auch die guten Dienste seiner Beamtenfürstlich belohnen 19 ). Schröder hält allzugroße Sparsamkeit fürschädlich, weil sie die im Volke schlummernden Kräfte nichterwecken könnte. Daher darf der Fürst auch nur nehmen »woes ist; und wo es zu entbehren«. Es kommt nur auf den Modusan, die unerschöpflichen Quellen zu erschließen, denkt er: »In

einem wohl regulirten Estat ist einem Fürsten kein ziel noch maß/ auch keine zeit gesetzt / wie viel und offt er geld von seinemland erheben solle«. Aber er darf sich nur an den gewinnendenTeil halten, »dann alle tage müssen die leute etwas gewinnen« 20 ).In dem Fürsten verkörperte sich der Staat, den Schröderwiederum mit der Summe aller Privatwirtschaften gleich-setzte. Wenn also dieser Fürst-Staat für seinen Bedarf sich nuran die Reichen wandte, dann wirkte er gleichzeitig sozial aus-gleichend und ebenso befruchtend auf jede Tätigkeit,da er dies Geld nicht aufspeichern, sondern möglichst viel inUmlauf bringen sollte. Von Fiskalismus ist Schröder alsofrei: der Volkswirt von damals mußte gl ei chz eitig Privat-wirt sein. »Und dieses vermeyne ich,« sagt er daher, »sey derunerschöpfliche schätz eines Fürsten / vermittelst welches er einWohltäter der armen / eine Zuflucht der bedrängten / ein erbauerschöner Städte / festungen / stiffter vieler kirchen und schulenwerden kan,« damit kann er seine eigenen Bedürfnisse befriedigen.»Wann ein Fürst in allen diesen nur darauff mercket / daß dasgeld / das darauff gewendet wird / im lande verbleibe«.»Weiln / indem er siehet / daß der gewinst im lande ungleichgetheilet ist / so nimmt er von deme / welcher seinen standoder verdienst nach zu viel scheinet von andern gewonnenzu haben / und giebt es einem andern«. »Also kan ich einenFürsten . . . einen großen wechsel-herrn des landesnennen / wenn er von einem geld empfanget / und dem andernes wieder giebt«. So kann er das ganze Kapital des Landesbrauchen, wenn er es nur unter die Leute kommen läßt: »dennes ist ein Fürst der magen des landes / die Schätzung seynddie speisen / welche er geneust« 21 ).

Bisher hatte Schröder nur allgemein festgestellt, wie sich dieEinnahmen des Staates und des Fürsten vermehren ließen, nunwill er sich die Hilfsquellen genau betrachten: »Unser Thema aberist / wie ein Fürst wissen könne, wie viel ein jeder in