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Die alten deutschen Kameralisten : ein Beitrag zur Geschichte der Nationalökonomie und zum Problem des Merkantilismus / von Kurt Zielenziger
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ist der Wechsel »eben wie baares geld«, ja er ist noch besser,»dieweil ein ander auff seine gefahr mir mein geld aufhebenund verwahren muß: zweytens ich wegen bösen geldes nicht ge-fähret seyn kan: dann das geld werde abgesetzt wie es wolle / sohabe ich mein justum pretium zu erwarten«. Schröder hofft damiterwiesen zu haben, wie »plausibel« sein Werk sei: es erforderekein Kapital, die Bedienten würden aus den Erträgen der Bankbezahlt, so sollte man es einmal damit versuchen und ioooooGulden daran wagen 84 ). Wenn diese Mahnung auch vergeblichblieb, muß man den Schröderschen Bankplan doch zu denbedeutendsten Projekten des Kameralismus rechnen, umsoverwunderlicher ist es, daß Small ihn überhaupt nicht behandelt.Zwar hatte schon Becher eine Bank gefordert, aber Schröder gehtviel tiefer auf die Probleme ein.

Schröder wendet sich nun den letzten Hilfsmitteln desHandels zu. Da die Korrespondenz von größter Wichtigkeitfür die Kommerzien ist, ist an einer guten Post viel gelegen;deshalb soll sie geschützt und Geld nicht mit ihr versandt werden,auch müssen die Brieftaxen niedrig sein. An den Handelsplätzensind bequeme Packhäuser und »Logiamenter« einzurichten, undallen Kaufleuten soll der Zutritt frei sein. Zur Beförderung desHandels hat schon »Budewin der jüngere von Flandern zu aller-erst um das jahr 960 den kauffleute große privilegia ertheilet . . .daß sie weder von aus- noch einbringenden oder gehenden waarenmauth geben solten«; ähnlich ist das Bestreben Eduards I. vonEngland, der die fremderfKaufleute durch eine Magna Charta zumWohle seines Reiches zu gewinnen suchte 86 ).

Neben Landwirtschaft und Handel ist das Gewerbe die»dritte wurtzel unseres Überflusses«. Deshalb »müssen diemanufacturen / wann die commercien dazu kommen / der frucht-barkeit des landes weit fürgezogen werden; dahero wir sehen /daß die unfruchtbare länder / wo manufacturen excoliret werden /und die commercien floriren / weit reicher sind als die fruchtbareländer / die keine manufacturen haben. Die saclie ist an sich selbstsonnenklar; dann man ästimiere ein pfund eisen in seiner minera /wo es wächset / so wird solches gar einen schlechten werth gelten.Wann aber ein Uhrmacher oder der gleichen künstler dieses Pfundeisen in seine hand nimmt / und arbeitet es nach seiner kunst / soist das pfund eisen wohl hundert mahl so viel werth« 86 ). Schrödererkennt hier die Arbeit als Produktionsfaktor an, durch diealle Stoffe veredelt werden. Nach dem Vorbilde Bechers und