lieh geführet / Ihnen die notdürftige Materialien dazu in Bereit-schafft gehalten / und von andern / die es nicht wol können undgelernet haben / gleiche Bürden und Beschwerung auch nichttragen / oder sonst andere Mittel und Beruff haben / kein Eingrieffgeschehe / auch bevorab die Eigennützige Zusammenschlagungwucherischer Leute, die eine und andere Handthierung gantz ansich ziehen / unnd hernach die Leute ihres gefallens steigern / Über-setzen und von ihrer Nahrung bringen / verhütet werde.« Das istder Kampf gegen Monopole, Polypole und Propole. Jeder Standbleibe bei seiner Nahrung, deshalb lasse man den Zünften ihreRechte. Dafür sollen die Handwerker fleißig und billig arbeiten 28 ).Die allermeisten Arten der Nahrung müssen besonders in achtgenommen werden, damit an ihnen kein Mangel herrsche, vorallem der Ackerbau, daß die Bauern nicht bedrückt werden, undgute Viehzucht eingerichtet sei. Den Tuchmachern soll es nicht anWolle, den Bäckern und Metzgern nicht an Waren mangeln.Daher wäre eine »Tax-Ordnung« für die Handwerker sehrrichtig, damit sie nicht »in den Stücken / darinn man Ihrer nichtentbehren kan / sich gantz Unbillich und übermässig erweisen«, be-sonders aber in Kriegs- und Sterbenszeiten, wenn wenig Leute zubekommen sind, muß »auff die Taglöhner und Dienstboten genauesAuffsehen geführet werden / daß Sie bey billigen Lohn und fleissigerArbeit bleiben« 29 ). Zu rechter Beförderung des Handels und Wan-dels gehört auch »eine richtige billichmäßige Müntz-Ordnung/Abschaffung alles dessen / wodurch die Müntze verfälscht / ver-ringert / gutes Geld durch ungebührliche Steigerung und Auff-wechsel auß dem Lande / und Schlimmers hinein gewechselt« wird.Sonst scheut sich das Ausland, mit uns zu handeln, und die Ein-wohner erleiden Vermögensverluste. Deshalb ist auch der Wucherzu verhindern, weswegen »in vielen Landen keine Juden geduldet«werden, und eine gute Maß- und Gewichtsordnung zu geben.Seckendorff kann sich noch wenig von mittelalterlichen Vor-stellungen befreien, er billigt Zehrungs- und Kleidungsvorschriften.Die Untertanen sollen die einheimischen Waren bevorzugen. Schäd-liche Leute w r ie Gaukler und Spieler sind nicht zu dulden. DieGaben des Landes müssen gut verwandt werden: ihre Verarbeitersollen unterstützt und nicht über Gebühr belastet werden, sondernalles, was sie brauchen, möglichst leicht erlangen. Die Obrigkeitsoll Nützliches einführen, Verbesserungen vornehmen und denFremden den Handel erlauben. Die eigenen Untertanen, die indas Ausland handeln, müssen den Handel verstehen, auch sollen
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Die alten deutschen Kameralisten : ein Beitrag zur Geschichte der Nationalökonomie und zum Problem des Merkantilismus / von Kurt Zielenziger
Seite
346
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