England, Frankreich und Holland , ihre Vernachlässigung aber seischädlich 18 ). Für ihre Einführung gebe Schröder in seinemManufaktur-Amt und -Inventar ein gutes Mittel; aber weit klügerwäre es, wenn man die Manufakturen billiger und besser alsanderswo herstelle, denn sonst hätte die ganze Fabrikation keinenZweck 19 ). Als Mittel dazu empfiehlt er eine »Manufactur-Academie«, wo allerhand Manufakturen angelegt und vonden besten Meistern gelehrt werden sollen, die man aus allenGegenden kommen lassen müßte. Der »Professor Physices« hättedie Fehler der Verarbeitung zu studieren und neue Methoden zuerfinden, der »Professor Matheseos« die Instumente zu verbessern.Ebenso sollte keiner das »Meister-Recht im Lande in einiger Manu-factur / so bey der Academie introduciret wäre / zuerlangen fähigseyn«, »der nicht zum wenigsten ein gantzes Jahr in dieser Manu-factur bey der Academie gearbeitet« hätte 20 ). Leib ist einerseitsder typische Merkantilist, der gleichsam Vogel-Strauß-Politiktreibt und mit seiner Manufakturakademie Wunder wirken will,ohne zu bedenken, daß jeder andere Staat mit ihr dasselbe erzielenund vor allem die Auswanderung seiner Spezialisten verhindernkonnte. Der einseitige Nationalismus trübte den Merkantilistenden Blick. Andererseits kann sich Leib im 18. Jahrhundertder Idee nicht verschließen, daß Gott »einen jeden Landesein gewisses Ziel und Maas vorgeschrieben«, aber er willnicht viel von diesem Ein wand wissen; es habe an den Verlegernund untüchtigen Meistern gelegen, wenn die neueingeführte Manu-faktur nicht florierte, hätte doch jedes Land genug, womit es dieandern versorgen könnte 21 ).
2. Andere Probe.
Die zweite Probe bildet die Fortsetzung der ersten; will erdoch in ihr vornehmlich zeigen, wie die Manufakturen durchden Handel ihre Verbreitung finden. Er geht aus von derMaxime Gracians: »Alles ist nunmehr in der Welt aufs Höchstekommen«, die er für absolut unrichtig erklärt 22 ). Ein Merkantilistkonnte ein Saturierung des staatlichen Lebens nicht billigen.
Der Handel ist von größtem Nutzen und macht Zölle undAkzisen überflüssig, durch ihn wird »der gröste Reichthumins Land gezogen«, und der Staat »in höchsten Flohr und Auff-nehmen« gesetzt. Messen, Jahrmärkte und Niederlagen sind abernicht die wahren Förderungsmittel, weil »so lange die Frembdenentweder durch Zwang oder allerhand Freyheiten ihre Wahren an