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leute auff die Banco verliessen / und die Wahren überführeten«.Auch diesen Einwand hält er für unberechtigt, weil nirgends mehrdie Commercien in Blüte ständen als an den Orten, wo sich Bankenbefänden. Denn nur mit ihrer Hilfe ist »manche schöne undgute Invention« möglich. Den ängstlichen Gemütern, die fürdas Bestehen der Bank fürchteten, weil Übergriffe der Fürsten möglich wären, hält er entgegen, daß »kein Regent / er con-siderire sein Interesse, und regiere auch so absolut, als er ifnerwolle / seine Regierung niemahln dergestalt führet / daß ernicht darbey auf die Erhaltung seines Grandeurs undStaats gehörige Reflexion machen« würde 35 ).
Leib will nun das Schrödersche Bankprojekt besprechenund seine Fehler aufdecken, verwahrt sich aber gegen den»Autor des Tractats / so er vor einigen Jahren durch den Königl.Preußischen Consistorial-Rath / Hr. Bodinum publiciren lassen / undunerschöpffl. Gold-Grube oder Fürstliche Macht-Kunstnennet«*), daß Schröder der Erfinder dieses »Landes-Fürstlichen
*) Roscher nennt dieses Buch »in mancher Hinsicht rätselhaft«, er kannte es nurin der neuen Ausgabe unter dem Titel »Tractat von Manufakturen und Commercio,Frankfurt und Leipzig 1740, und meint, es sei schon 1702 oder 1703 durch denHaller Professor Heinrich Boden herausgegeben und von seinem Verfasservon Klenck bald unterdrückt worden, nachdem es 1704 einen heftigen Angriffin einer Schrift: »Das Gold des publiquen Credits, welches der vornehmeAutor der fürstlichen Machtkunst und unerschöpflichen Goldgruben durch Herr G. B.’sGütigkeit und Vermittlung beschauen lassen, auf dem Probierstein der gesunden Ver-nunft zum Commercio untauglich befunden von einem Lübecker Kaufmann«(a. a. O. S. 303) erfuhr. Ihm folgt neuestens v. Srbik (a. a. O. S. 144/45). Roscherschloß sich an G. H. Zincke an, der in seinen »Leipziger Sammlungen«die erstgenannte Schrift mehrfach erwähnt (II, 198; IX, 903; X, 739)und ihr eine ausführliche Besprechung widmet, doch kannte auch er sie nur in der2. Ausgabe von 1740. Er sagt; »Es ist mir auch nicht möglich dem geneigtenLeser Gewißheit zu ertheilen, ob dieses eben dasjenige Buch sey, welches ... zuHalle 1702 der gelehrten Welt vor Augen geleget worden. Solte sich aber selbigesalso verhalten, so ist der Name Heinrich Bode von dem Verfasser fingiret;denn ich besitze von dem ietzt zu beurtheilenden Buche ein eigenhändiges MSctdes Auctoris, allwo sich nicht nur derselben von Klenck nennet, sondern eshat auch eine unbekannte Hand zu Ende des Tractats bemercket, daß der Herr vonKlenck dieses Buch zu dem Ende geschrieben, um die Herren Hertzoge zu Braunschweig und Lüneburg aufzumuntern, in ihren Landen Manufacturen zu errichten« (I, 879/889).Aber Zincke und daher auch Roscher sind im Irrtum: das steht heutefest. Georg Schaumann-Helsingfors macht darauf aufmerksam (Schmollerslahrb. Bd. 35, S. 183 ff. 1911), daß Klenck der Verfasser nicht war, sondern derGeheimrat Asanius Christoph Freiherr von Marenholz zu Hannover ; er stütztsich dabei auf die Angabe bei Jöcher-Ro termund (IV, Sp. 691), wo M. wirklich eine»Fürstliche Machtkunst« etc. zugeschrieben wird, die Professor Bode 1703 herausge-