verhüllt von den „Cvquius", während drinnen in Favre's Lob-gesängen derselbe Urstoff als das sublime Volk figurirte, welchesder Welt die bekannte unablässige Bewunderung abzwang. Re-gierung und Bürgerschaft vergoldeten sich mit diesem Wortgepränge dieKetten der schmählichen Sclaverei, die sie als gerechte Strase für diephrasenhafte Vergötterung aller niedrigen Volksleidenschaften trugenund hofften sich nnd das Ausland über ihre Erniedrigung zu tauschen.Man sollte es nicht glauben, uud doch ist es wahr, daß bis kurz vordem Sturz der Commune viele Pariser , die ihrer Bildung undihren Juteressen nach weit von dem tollen Wesen abstanden, dochvon jener Horde kannibalischer Possenreißer als von den Ver-tretern eines politischen Gedankens sprachen und zu verstehen ga-ben, ohne die Dazwischenkamst gewisser principieller Meinungs-verschiedenheiten wäre die Commnne nicht zum Bruch mit derNationalversammlung gekommen! So war jede Urtheilsfäbigkeitschließlich abhanden gekommen und bloß das Bedürfniß der Selbst-täuschung ins Unendliche geblieben. Auch hatte der ewige undkrasse Wechsel des Regiments jede Vorstellung von dem, was Sinnund Dauer in sich trägt, der Art verwirrt^ daß man mit jeglicherHerrschaft als einer möglicher Weise bleibenden seinen Frieden zumachen und zu halten Lust fühlte. Hoch und Niedrig haben vieleklnge Worte verschwendet, um in die Commune einen tieferen Sinnhineinzulegen. Wer die treibenden Menschen und die Vorgänge miteiniger Sachkenntniß anschaute, konnte auch uicht einen Augenblicküber die Inhaltslosigkeit des ganzen Beginnens im Zweifel sein.Das Anknüpfen an die 1793er Commune war nur eine äußerlicheWenduug, um in Paris eine socialistische Gewaltherrschaft zu recht-fertigen, welche niemals auf den Willen des Landes hätte gegründetwerden können. Und nicht einmal eine sociale Theorie war in diesenleeren Köpfen, die eigentlich nur Paris so zu sagen in ihre Tasche
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Zur Naturgeschichte des französischen Krieges / Ludwig Bamberger
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