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Zur Naturgeschichte des französischen Krieges / Ludwig Bamberger
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wenn so viele, gewesen sein, welche Gramoitts spanische Fabelnicht glaubten. Die skeptischen, regierungsfeindlichen Blätter, auchdie, welche, weil es die Regierung wollte, jetzt gerade nicht in dieKriegstrompete mitblasen mochten, gössen am meisten Oel insFeuer, indem sie das Ministerium als das von Preußen überlisteteverhöhnten.Das habt ihr geschehen lassen, so wenig wißt ihr,was in der Welt vorgeht, Bismarck hat euch schön über den Löffelbarbirt!" So lautete die beliebte Wendung auf Seiten der Linkenund äußersten Linken. Auch der Abgeordnete Cremieux, obgleicher sofort am 6. Juli gegen diese Einschmuggelung einer Kriegs-erklärung sich verwahrte, nimmt nicht den geringsten Anstand zuglauben, daß Bismarck schuldig sei:Herr von Bismarck, diesesgroße Genie (sagt er ironisch), das man heute als das Jahr-hundert beherrschend hinstellt, hat die Idee gehabt, einen preußischenPrinzen auf den spanischen Thron zu setzen." Zu der Vorstellung,welche der französische Wunderglaube sich von Bismarck zurecht ge-macht, gehörte ganz diese Auffassung. Wie alles in der Weltgemacht" wird, so braucht auch dieselbe Denkungsweise einenAller-weltsmacher," und dieser ist und war seit 1866 Bismarck !^.IiZsAnt es kismarelc!" sagte andern Tags zu mir HerrLeopold, der radicale Friseur in der Rue de Luxembourg, und zogdabei seine ihn nie verlassende Nummer desRappel" aus derTasche. Was vom Nordpol bis zum Südpol auf der Welt ge-schieht, hat Bismarck gethan, und natürlich ist es eitel Werk desEhrgeizes, der Bosheit, der Schadenfreude und vor allem teuflischerSchlauheit. Sämmtliche Malesizhelden von Balzac, Eugen Sue ,Alexander Dumas und Victor Hugo sind in ihm verschmolzen.Daß er auf die Reclamatiou die einzig richtige Antwort gab: Dieganze Leopold'sche Throncandidatur mache ihm weder heiß nochkalt, und gehe weder den preußischen Staatsminister noch den nord-

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