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gegeben, nicht seine Meute losgelassen, keinem Menschen in Frank-reich wäre es eingefallen, die Leopold'schc Candidatur für etwasanderes anzusehen, als sämmtliche Präcedenzfälle derselben Gattungvon Belgien bis Rumänien ; niemand wäre auf die barocke Ideegekonnnen, Deutschland wolle jenseits der Pyrenäen mittelst desjüngern Sohnes eines inediatisirten Fürstenhauses den Grund zueiner Universalmonarchie legen, das Deutschland , welches ausRücksicht auf die französische Einmischungslust aus Luxemburg ab-gezogen war und nicht einmal seine Bundesverfassung auf Süd-hessen auszudehnen sich entschließen konnte. Ich selbst war zurZeit dieser Vorfälle iu Paris , wohlbekannt mit dem politische«:Leben und sämmtlichen Elementen der öffentlichen Meinung, undich kann es nicht fest und bestimmt genug betonen: nein, in diesembesondern Falle war nicht die geringste Nöthigung vou unten hergekommen. Alles, was vor und nach im gegenthciligcn Sinnegesagt worden, ist grundfalsch. Die öffentliche Indignation wareine ganz und gar von oben künstlich angezettelte, angeblasene,natürlich unter freiwilliger, eifrigster Mitwirknng derer, welche seitJahren im Dienst ihrer srivolen und leidenschaftlichen Verblendungeinen solchen Krieg gesucht hatten. Wie viel von dieser Anzettelungauf den Kaiser fällt, ob er theilweise von Gramont, David undGenossen mittelst der Journale über die Spontaneität der öffent-lichen Meinung getäuscht worden — das ist eine andere Frage,auf welche im Lauf unserer Betrachtung wohl noch einiges Lichtfallen wird. Daß aber die Agitation mit blitzschnellem Erfolg umsich griff, und ganz Frankreich , mit wenigen Ausnahmen, in Brandsetzte, das ist andererseits nuläugbare Thatsache; daß es auf dieseWeise geschehen konnte, ist mir durch die Unwissenheit, Abergläubig-keit und puerile Erregbarkeit des öffentlichen Geistes möglich ge-wesen. Unter den 38 Millionen mögen vielleicht tausend Menschen,