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Zur Naturgeschichte des französischen Krieges / Ludwig Bamberger
Entstehung
Seite
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der gemeine Mann nicht mit Leib und Seele für den Kampfwar, spricht der Gang des Feldzugs Anfangs August. Die Fran-zosen kämpften tapfer bei Weißenburg, Wörth, Spichern. Aberdie Schnelligkeit, Auflösung und Unaufhaltsamkeit der Rückzügebis Metz und Chalons waren ohne eine gewisse Demoralisationin den Massen nicht erklärlich, standen nicht im Verhältniß zuder erlittenen Einbuße und Verfolgung. Man versteht sie nur, wennman von Augenzeugen die Beschreibung der Flucht nach demTreffen bei Wörth vernimmt; wie die Regimenter in buntemKnäuel, den blassen Schrecken auf den Gesichtern, durch die Straßenvon Hagenau sich zurückwälzten, und der Ruf:I-ss ^russisus,Iss ?ru8si6ns!" wie flammende Geißelhiebe ihnen vor- und nachjagte.

IV.

Nichts ist bezeichnender für den Zustand von Gemüth undVerstand als das ewige Geschrei über Verrath. Nur nichts selbstverschuldet haben, immer ein Opfer suchen, das büßen muß fürUnglück oder Schmach. So ging es von der ersten Stunde biszur letzten. Die ersten Gefangenen, die ich am 8. August sah,schimpften über ihre Officiere bis hinauf zum General, und sagtensich verrathen. So ging es fort bis zu Bazaiue, welchen Gam-betta binnen acht Tagen als den Ruhmreichen und als den Ver-räther proklamirte; so war es noch zuletzt mit Trochu.*) Ein vormir liegender Privatbrief aus Paris vom 29. Dec. ruft aus:

*) Und erst in der Commune!