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Zur Naturgeschichte des französischen Krieges / Ludwig Bamberger
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und mit Hülfe von kaum einem halben Dutzend amtlicher Lügenwar Europa in den blutigsteu Krieg der Neuzeit hineingetolltworden. Und von welchen Menschen!

Die schriftlich aufgesetzte, in Abwesenheit seinesFreundesund Collegen Gramont" Namens des ganzen Cabinets verleseneKriegsmanifestation, welche dringlich einen Credit von 50 Millionenfür die Bewaffnung begehrte, enthielt übrigens, als würdigenSchluß der ganzen Reihe, auch mehr als nur eine einzige Unwahr-heit. Richt bloß machte sie aus derNordd. Allgm. Ztg." einmntliches Rundschreiben, sondern sie wiederholte auch auf Rechnungdes englischen Ministeriums eine Lüge, gegen welche Lord Lyonsbereits ein erftesmal feierlich Protest eingelegt hatte. Es heißtnämlich in besagter Note:Die meisten auswärtigen Cabinetehätten mit mehr oder weniger Wärme (es wäre interessant die mitder meisten Wärme zu kennen!) die Berechtigung der französischen Beschwerde anerkannt." Da Frankreich officiell und heuchlerischerWeise die englische Vermittelung angerufen hatte, so mußte hierzuerst an England gedacht werden. Und dennoch hatte England sichbereits gegen eiue falsche Aussage, gleichlautend an Form und Be-deutung mit der angeführten, sich verwahrt. Am 11. Juli schonhatte Gramont in der Kammer betheuert, alle Mächte erkennten dieLegitimität seiner Beschwerde an.

Das nun war selbst dein über die Maßen ängstlich und zärtlichauftretenden Grafen Granville zu viel. Er beauftragte seinen Ge-sandten in Paris , Lord Lyons, sich bei dem edlen Herzog deshalbzu beschwere!:. Graf Grauville hatte es für seine Pflicht gehaltensich dumm zu stellen und an die erlogene Gefahr wie an die heuchlerischeBitte um Vermittlung zu glauben; ja als er später nicht umhinkonnte den Wortbruch des französischen Cabinets zu beklagen,welches sich mit dem Rücktritt Leopolds nicht befriedigt erklärte.