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Zur Naturgeschichte des französischen Krieges / Ludwig Bamberger
Entstehung
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trotzdem, daß es wenige Tage zuvor das Gegentheil feierlich zuge-sagt hatte, hielt er es für nöthig, diese bittere Pille mit einerAnspielung auf dieLeidenschaften Deutschlands (!)" zu versüßen(Document Nr. 30 des Blaubuchs). In seiner Depesche Nr. 15vom 8. Juli nämlich schließt Lord Lyons den Bericht an Gran-ville über seine Unterredung mit Gramont wie folgt:Es gäbenoch eine Lösung, und der Herzog hat mich gebeten auf diese diebesondere Aufmerksamkeit von I. Maj. Regierung zu lenken. DerPrinz von Hohenzollern könnte aus freien Stücken seine Ansprücheauf den spanischen Thron fahren lassen. . . Ein freiwilligerRücktritt des Prinzen wäre, wie der Herzog v. Gramont erklärt,eine äußerst friedliche Lösung dieser schwierigen und verwickeltenFrage. Er ersucht I. M. Regierung, deren ganzen Einfluß aufzu-bieten, um dahin zu gelangen." Das war am 8. Juli, und fünfTage später, da, theilweise als Erfolg dieser englischen Bemühung,der französ. Minister die freiwillige Verzichtleistung des Prinzen in derHand hatte, verkündete er, daß Frankreich sich damit nicht zufriedengeben könne, und stellte dem König von Preußen jene lächerlichimpertinente Zumuthung, daß er schriftlich gelobe sich zu bessernund uicht rückfällig zu werden eine Art Revers, sich unterFrankreichs polizeiliche Aufsicht zu begeben. Und, so unerhört dasAnsinnen war, im unmöglichen Fall der Annahme wären ohneZweifel neue, unerhörtere Anforderungen von Seiten dieser Ueber-müthigen nachgekommen. Mit solchem Verfahren öffentlich sich alseinverstanden erklären zu lassen, war mehr als selbst Graf Granville'sAnhänglichkeit an die kaiserlich französische Politik auf sich uehmenkonnte, und sein Gesandter reichte am Abend des 14. Juli einMemorandum auf dem französischen Ministerium des Auswärtigenzu Paris ein, in welchem umständlich und nachdrücklich über jeneFälschung vom 11. d. M. Klage geführt ward. Nichtsdestoweniger