Druckschrift 
Zur Naturgeschichte des französischen Krieges / Ludwig Bamberger
Entstehung
Seite
35
Einzelbild herunterladen
 

35

Großherzogthums das Object des diplomatischen Feldzugs, und nichtder Krieg, deßhalb trat man ebenso sanft und gewinnend gegenPreußen auf, wie jüngst wild und verletzend, wobei man nicht dieBeseitigung Hohenzollerns, sondern den Krieg zum Object hatte.Statt in der Kammer mit einem Racheschrei zu debütiren, schobman damals jedes Aussprechen möglichst lange hinaus, und wennman gar nicht mehr anders konnte, bewegte man sich nur auf denFußspitzen. Der Minister des Auswärtigen, Marquis de Moustier ,beschwor die Kammer, nicht zu sehr in ihn zu dringen, man müssedie wohlbegründete Empfindlichkeit Preußens schonen:II taut ras-naZsr lös Mstss susosptibilitös cis lg, ?rn88ö;" darum auchwendete man sich an Europa , ließ eine Konferenz berufen, uudsuchte in den liebkosendsten Reden Preußen zum Nachgeben zu be-stimmen:Wir glaubten, das Berliner Cabinet", heißt es in derHauptdepesche,würde, indem es mit freundlicher Geneigtheit dieThatsache der Vereinigung des Großherzogthums mit Frankreich hinnähme, einen Act geschickter Politik begehen, und mit Vergnügenuus eine moralische und materielle Genugthuung bereiten, auswelcher der europäische Friede ein neues Unterpfand der Sicherheitgewänne." So spricht, wer die Sache, nicht den Streit um die-selbe im Auge hat. Das war noch die Zeit, in welcher derKaiser, seiner alten Einsicht getreu, den Krieg mit Deutschland fürchtete und in Rouher die Stütze seiner eigenen Eingebung nebensich hatte.

Und -wie am Kaiser, so läßt sich an jedem einzelnen in diesemKrieg auftauchenden französischen Politiker nachweisen, daß er stetsgegen denselben protestirt und dennoch ihn heraufbeschworen hat;daß er ihn unbewußt schürte und bewußt verabscheute, vor sichselbst ihn zugleich wollte und nicht wollte. Mitten in die anerken-nenden Reden für Prenßen fällt die berüchtigte Rede von Auxerre ,

g*