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Garantin der Wiener Verträge, als Mitcontrahentin. Sie durfteden Angriff Preußens gegen Oesterreich nicht erlauben. „Wennihr damals von der Kammer Geld verlangt hättet, um zu mar-schiren, so würde sie es euch mit Begeisterung (g,v6v elan) bewil-ligt haben." — „Gewiß!" ruft Hr. Büffet, der spätere Premierder neuen liberalen Aera, der gemäßigte Orleanist, das Haupt desAufklärungs- und Friedensministeriums. Und darum will auchThiers jetzt nichts von Entwaffnung reden hören, denn kann auchFrankreich leider nicht mehr uugeschehen machen, was er die Un-glücksschläge des letzten Jahres nennt, so „muß es doch Halt ge-bieten." Den Zollverein, sagt er weiter, konnten wir nun einmalnicht hindern, aber die Einheit Deutschlands zu hindern warenwir berechtigt, denn das Föderativsystem war verbürgt durch dkeeuropäischen Staaten. „Krieg", heißt es zum Schluß (das iststets eine der Finten dieser zweischneidigen Opposition), „Kriegdürfen wir jetzt nicht mehr anfangen, jeder Krieg würde nur dieEinheit in Deutschland fördern; unser Grundsatz muß sein: nichtsnehmen und nichts nehmen lassen."
Und am Ende desselben Jahres, in der Wintersitzung von1867 auf 1868, bei einer abermaligen Interpellation wegen deritalienischen und der deutschen Angelegenheiten, kehrt Thiers mitderselben Rede, nur in noch heftigerer Form, wieder: „Wir müssenProtestiren", ruft er, „gegen diese Regierung (die preußische), welcheihre Hand nach Kronen ausstreckt; wir müssen Protestiren gegendas ganze Princip der Nationalitäten; nichts jammervolleres (risnäs x1u8 äöp1c>i-g.l)1s) als die Nationalitäten (natürlich außer derfranzösischen)." Frankreichs Aufgabe ist, die Kleinstaaten zu unter-stützen. „Und wenn man euch zuruft", donnert er hervor, „daßihr im Innern Deutschlands alles geschehen lassen müßt, daß ihrnur um diesen Preis den Frieden erhalten könnt, ist das eine