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Zur Naturgeschichte des französischen Krieges / Ludwig Bamberger
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Gotteswillen fangen wir jetzt keinen Krieg gegen Deutschland an,er könnte nur um so mehr die Deutschen zur Einheit antreiben.Diese Wendung war natürlich von der einfachsten Parteiklugheitgeboten. Selbst wenn sie den Krieg wünschten, mußten sie ihrePolemik so einrichten, daß sie ihn zu verabscheuen schienen, daßer aber mittelbar aus ihrer Operationsweise hervorging. Wünsch-ten sie den Krieg? Jedenfalls sind wir berechtigt zu erwiedern:Ja, sie wünschten den Krieg. Sie wünschten ihn, weil alles zeigt,daß auch sie durch und durch vom französischen Nolksgeist einge-nommen sind, weil wir ihr eignes Zeugniß dafür haben, daß die-ser Volksgeist längst nur mit der größten Gewalt vom Kriegezurückgehalten wurde; sie wünschten ihn, weil bei dem unausrott-baren Glauben an die Unüberwindlichkeit ihrer Waffen sie imKriege das natürliche und einzige Mittel sahen, um das, was sieals ein ungeheures Nationalunglück betrachteten, wieder auszutilgen;sie mußten den Krieg wünschen, weil ihr eigenthümlicher Patrio-tismus mit lauter Stimme ihnen zurief, wie sie hundertmal feier-lich auf der Tribune versichert haben, daß Preußens Werk zer-trümmert werden müsse im Interesse Frankreichs . Vor allem aber und das ist die Hauptsache, darauf allein kommt es uns an,indem wir den Theil der Verantwortlichkeit der liberalen, gebildetenMittelelassen am gegenwärtigen Kriege festzustellen suchen vorallem mußten die, welche in der oben geschilderten Weise mit allenKunstmitteln ihrer angebeteten Eloquenz vor dem versammeltenFrankreich sprachen, vor allem mußten sie die Wirkung dieserihrer Reden berechnen können und berechnet haben.

Gegen diesen EinWurf gibt es gar keine stichhaltige Aus- nochEinrede. Hingestellt einerseits zwischen eine Regierung, die alsden härtesten Vorwurf empfinden mußte, die Stellung Frankreichs auf den: Fcstlande heruntergebracht zu haben denn das Gegen-