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rischer Begriffsverwirrungen erneuernd. So fand auch diesmaldie verrückte Fabel willkommene Aufuahme, daß deutsche Geschäfts-leute der preußischen Regierung aus Frankreich das Gold undSilber schickten, dessen sie zur Kriegführung bedürfe. Das Schönstean der Sache war, daß der größte Theil der denuucirten Opera-tionen, die Geldausfuhr, für Rechnung der Bank von Frankreich von Dritten vorgenommen wurde. Die Bank tauschte nämlich inBrüssel Silber gegen Gold ein und bediente sich zur Wegsendungihres Goldes dahin u. a. eines belgischen Geldwechslers, NamensHirsch aus Antwerpen . Diesem Hirsch, einem ehemaligen belgi-schen Officier, welcher Gold für die Bank von Frankreich nachBrüssel schickte, stürmte und verwüstete der Pöbel sein im elegan-testen Viertel von Paris gelegenes Comptoir, Ecke der Rue Riche-lieu und des Boulevard des Italiens, auf Anstehen solcher patrio-tischen Blätter wie der „Gaulois" und „Figaro", weil erals deutscher Verräther dem König von Preußen Geld nach Berlin schicke. Um die ihre Taschen noch immer verschlossen haltendenBankiers in Angst zu setzen, uannte ein Blatt beliebige Namenmit dem Zusätze: „Sie ziehen Geld aus der französischen Bank, umdie gefälligen Vermittler des scheinheiligen Wilhelm und des un-verschämten Bismark zu machen" (wörtlich). Und die aufgeklärteRegierung, um den Spnren dieses edlen patriotischen Eifers zufolgen, verkündigte im „Moniteur", daß solche Geldsendimgeu (anden scheinheiligen Wilhelm) nach Art. 77 des Strafgesetzes alsHochverrath mit dem Tode bedroht seien! Die Bank von Frank-reich , von demselben Geiste getrieben, weigerte sich, ferner Wechselzu discontiren, welche ein deutsches Giro trugen.
Nach solchen Vorgängen darf man sich nicht wundern, wennder Sturm alsbald gegen die ganze deutsche Bevölkerung losbrach
uud vollends m Tobsucht umschlug, als die ersten Niederlagen nicht
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