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mehr zu verheimlichen waren. Jeder deutsche Schneidergeselle derRue Favart hatte nun dazu beigetragen, den Marschall MacMahon zu verrathen, die Geheimnisse des Feldzugs auszuplaudern.Schon unter dem Kaiserthum begann die Verfolgung und Aus-treibung; in volle Blüthe kam sie aber erst unter der generösenRepublik. Man müßte Folianten schreiben, wollte man das Materialzusammentreiben, und eine übersichtliche Arbeit kann erst nach deinFrieden zu Stande kommen. Zum Verständniß der ganzen rabissgehört die Vergegenwärtigung der engen Ansicht, welche mehr alsirgendwo in Frankreich die Menge, auch der Gebildeten, in volks-wirthschaftlichen Dingen beherrscht. Die Arbeit, welche vielehunderttausend Deutsche in Frankreich verrichteten, erschien als einVerhältniß, das nur dem Arbeiter, nicht dem Lande, von Interessesei. Wenn Augenärzte aus unserer streng wissenschaftlichen Schuledie französischen Empiriker verdrängten, so hatten nicht diejenigenden Nutzen, welchen die Sehorgane gerettet wurden, sondern alleindiejenigen, welche das Honorar empfingen; und sofort durch alleStufen der Arbeit. Man müßte eine Beschreibung des Handelsund der Industrie von Frankreich und der sich ergänzenden Fähig-keiten beider Nationen liefern, um nachzuweisen, wie der Vortheilmindestens auf beiden Seiten gleich war. Für Jeden, der eine Ahnungvon ökonomischen Begriffen hat, versteht sich das von selbst. Nur dereinzige Michel Chevalier versuchte, den Franzosen ihre bornirte Auf-fassung auszureden; aber er predigte in der Wüste, wie damals,als er im Senat vor dem Kriege warnte. Leute, die auf diesemwirthschaftlichen Standpunkte sich befinden, hätten wenigstens con-sequenter Weise diejenigen, welche „ihr Geld in Frankreich ver-zehren", als Gönner und nicht als Begünstigte ansehen sollen; aberes ward alles in einen Topf geworfen und jeder Deutsche alsein Undankbarer proelamirt, der Frankreichs „Wohlthaten" mit