Druckschrift 
Zur Naturgeschichte des französischen Krieges / Ludwig Bamberger
Entstehung
Seite
69
Einzelbild herunterladen
 

69

Verrath lohne. UndWohlthat" widerfuhr einem Deutschen über-all da, wo er sich einein Franzosen nähern durfte. War er alsArbeiter in Frankreich , so lebte er ja von demGelde", das ihmdie Franzosen für seine Leistungen bezahlten; war er aber Kapita-list oder Rentier, so empfing er umgekehrt die Wohlthat in Formder Leistungen, welche ihm die Franzosen für sein Geld überließen.Wie er sich auch anstellte, er blieb stets der Beglückte und einseitigVortheil Ziehende. Danach hätte man wenigstens denken sollen,es sei der Boden das Entscheidende, und wenn demnach Franzosen in Deutschland lebten, so komme endlich auch einmal an sie diePflicht der Dankbarkeit. Weit gefehlt! Nun werden wir erst rechtundankbar. Noch nach Abschluß des Friedens schrieb eine sehr ge-bildete Französin an einen deutschen, im Großherzogthum Baden wohnenden Freund:Von den Badensern, bei denen die Franzosen Jahr aus Jahr ein so viel Geld verzehrten, hätte man doch zumAllerwenigsten erwarten dürfen, daß sie sich in diesen: Kriege neutralerklärten." Ich lachte herzlich über das, was ich anfänglich füreinen Ausbund weiblicher Weltanschauung ansah, bis ich entdeckte,daß die viel lesende Dame wahrscheinlich ihre völkerrechtliche Weis-heit aus tieferer Quelle geschöpft haben mochte. DieNsvns äö8Äsnx wouÄss" nämlich enthält im Heft vom 15. Nov. 1370 einenAufsatz von Mezisres über die Invasion des Elsasses. Darin heißtes wörtlich:Man mochte in Straßburg schon deshalb nicht andie Möglichkeit einer Beschießung glauben 'wollen, weil die Be-lagerungsarmee zum großen Theil aus Badensern zusammengesetztwar, d. h. aus Nachbarn, welche von Frankreich leben(e'sst g. ckirs äe vvi8ir>8 pni vivsut äs 1a ?rg.nc :s), welche ihrePrvducte auf die Märkte des Elsasses bringen und dafür franzö-sisches Geld einstecken, welche Jahr aus Jahr ein in ihren Bade-orten, in ihren zahlreichen Kuranstalten und den lachenden Dörfern