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Zur Naturgeschichte des französischen Krieges / Ludwig Bamberger
Entstehung
Seite
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Deutschen in Frankreich . Sie trieben es vielfach ins Komische,und so Mancher ist unter schnöden Mißhandlungen ausgetriebenworden, dessen alte Neigung die harte Prüfung überlebt hat. Vonsolchen Leuten fürchteten die Franzosen verrathen zu werden!Wie sie die deutsche Einheit machen halfen, so machten sie auch beidieser Gelegenheit viele deutsche Patrioten, die sie erst mit Gewalthinaus und zu lebhafterem Anschluß an die Heimath trieben.Der wortfübrende gemeine Journalismus, welcher in erster Reiheden Kriegswahnsinn aufgestachelt, leitete auch die Hetze gegen dieDeutschen ein. Vielfach waren schmutzige Beweggründe mit imSpiel. Das Wort .,e^g.ntg.As", im Französischen ein viel ge-brauchter Ausdruck, können wir nur umschreibend übersetzen. Esbedeutet so viel wie durch Bedrohen mit Enthüllung wahrer odererdichteter Schimpflichkeiten jemandem Geld abpressen. SolchenAbsichten ist es ohne Zweifel zuzuschreiben, wenn sofort nach Aus-bruch des Krieges in öffentlichen Blättern deutsche Bankhäuser derRache des Pöbels denuncirt wurden, weil sie angeblich denPreußen Geld schickten. JnFricdenszeiten bestand das Manöver darin,neuen Unternehmungen Geld abzupressen durch Drohen mit lästern-den Angriffen, welche jene discreditiren würden. Jetzt warddas Naubsystem auf den Kriegsfuß umgewandelt. Die deutschenBankhäuser sollten ihren Tribut zahlen, wenn sie nicht derPlüuderung bezeichnet werden wollten. Solch' Geschrei daswußten die löschpapierenen Piraten sehr wohl fiel auf einenwohlpräparirten, fruchtbaren Boden. Von jeher war Frankreich das Land, in welchem willig Gehör fand, wer predigte, daßdie Hungersnöthc von den Bäckern gemacht werden. Hattedoch fchon bei Handelskrisen die Negierung selbst, diesen blödenEingebungen folgend, die Ausfuhr der Metalle als einen unpa-triotischen Act verfolgt, mittelalterliche Edicte aus der Zeit barba-