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«It is thus, that we find in commerce the means ofadvancing civilisation, of appeasing jealousy and nationalprejudice.»
Die Preufsen waren daher bei den damaligen englischenSchutzzöllnern auch ungefähr ebenso arg verschrieen, wie dieEngländer heute bei den preufsischen Schutzzöllnern, und LordG. Bentinck unterliefs es nicht, bei der im Jahre 1849 stattfindendenDebatte über die Aufhebung der englischen Navigationsakte vor-zugsweise zu betonen,
«dafs er einer Mafsregel Widerstand leisten müsse, die nurden Preufsen zur Ermunterung gereichen werde.»
In ähnlicherWeise hatten die stolzen englischen Lords einigeJahre vorher das aus Norddeutschland kommende Vieh und Pökel-fleisch als den Ruin der englischen Landwirthschaft bezeichnet.
Es ist überhaupt interessant, zu beobachten, wie in denwirthschaftspolitischen Debatten des englischen Parlaments währendder 40ger Jahre sich bereits alle schutzzöllnerischen Argumentevorfinden, welche bei uns zur Begründung des reactionären Zoll-tarifs vom 15. Juli 1879 vorgebracht sind. Die durch billigereArbeitslöhne und jungfräulichenBoden hervorgerufene übermächtigeConcurrenz des Auslandes — die wirthschaftliche Unabhängigkeitvon anderen Ländern — der Segen hoher Lebensmittelpreise —der angebliche Zusammenhang zwischen hohen Schutzzöllen undhohen Löhnen — kurz, alle diese morschen Pfeiler des Schutz-zollsystems sehen wir vor uns. Ja selbst in nebensächlichenMomenten decken sich die Erscheinungen. Glaubt man sichnicht in die Reichstagsdebatten des vorigen Jahres zurückversetzt,wenn man liest, wie B. Disraeli am 8. März 1850 den Antrageinbringt:
«das Parlament solle untersuchen, wie die vom Grund-besitz übermäfsig getragenen Orts- und Gemeindelastensich anders vertheilen liefsen,»
oder wenn derselbe bei der ersten Geschäftskrisis, welche nachAufhebung der Kornzölle in England ausbrach, unter dem Beifallder Tories erklärt:
«der Freihandel sei eine Theorie, welche sich vollständigüberlebt habe.»