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Die handelspolitische Stellung der deutschen Seestädte / von Theodor Barth
Entstehung
Seite
26
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Was es nun mit diesen Einfallthoren der eroberungslustigenenglischen Industrie auf sich hat, das mag an dem Beispiel Bre-mens gezeigt werden, für welches die statistischen Zahlen am voll-ständigsten vorliegen.

Erwähnt mag dabei im Allgemeinen werden, dafs für Ham-burg die Sachlage sich etwas, aber nicht wesentlich anders ge-staltet.

Die Gesammtausfuhr Bremens nach dem deutschen Zollgebietbewegte sich dem Werthe nach während der 4 Jahre 187578zwischen 226 und 245 Millionen Jl.

Darunter waren in runder Summe:

Manufacturwaaren für Andere Industrieerzeugnisse für

1875

6" Mill. Jl

9 Mill. Jl

1876

3

8

18 77

3)3 »

7-5 *

1878

2,8 »

6,6 »

Aufserdem wurden per Jahr zwischen 1518 Mill .Jl Halb-fabrikate eingeführt.

Fast das gesammte Quantum der Halbfabrikate, Manufactur-waaren und anderen Industrieerzeugnisse transitirte ferner, wie be-reits erwähnt, nur durch Bremen . Für den dann noch restirendenwinzigen Rest, welcher auch nur zum Theil auf England fällt,sich auf dem Continent einen eigenen Brückenkopf zu halten, dassieht den praktischen Engländern gewifs nicht ähnlich.

Ernster zu nehmen ist die zweite Beschuldigung, welchegegen die Freihäfen erhoben wird, dafs sie nämlich aufserhalbder Zolllinie nicht das nöthige Interesse und auch nicht die Be-fähigung besäfsen, dem deutschen Export zu dienen.

Der Vorwurf des mangelnden Interesses ist leicht durch dieFrage zu erledigen: weshalb sollten Hamburg und Bremen nichtebenso gern am Export wie am Import verdienen wollen? Dieangeblich mangelnde Befähigung für den Export bedarf dagegeneiner eingehenden Widerlegung.

- Diejenigen, welche diese letztere Beschuldigung erheben,haben meistens eine den thatsächlichen Verhältnissen durchausnicht entsprechende Idee von dem Wesen des Exportgeschäfts.Im Grunde denken sie sich die Sache so, dafs der Ausländer