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dargelegt hat bei den verschiedensten Banken. Während früher eine regelmäßigeEinwechselung in kurzen Fristen geschah, wurden plötzlich, wie die Herren sichausdrückten, die Noten hier eingesperrt uud uach eiuer Zeit von 3 bis 4 Wochenin großen Summen präseutirt. Das ist an verschiedenen Stellen in Deutsch-land geschehen und es hatte den Anschein, als ob man dadurch die Privatbankenin Verlegenheit bringen wolle und die Erklärungen des Herrn Präsidenten habenmich nicht überzeugt, daß die Absicht nicht eristirt hat, denn es ist mir sogarin Beziehung auf eine Bank mitgetheilt, daß sie die Kosten habe übernehmenwollen, wenn eine regelmäßige Präsentation dadurch bewirkt würde. (Hört!)
Nun sagt der Herr Präsident, in Folge der erhobenen Klagen habe er an-geordnet, daß rasch erpedirt würde. Dadurch ist mir nicht zur Klarheit gebracht,was „rasch" heißt und ob nun eine sichere, gleichmäßige Präsentation stattfindenwird, wie sie früher stattgefunden hat. Der Herr Präsident sagte, nachdem erdiese Anordnung getroffen, seien ihm Beschwerden nicht wieder zugekommen.Ich kann dem Herrn Präsidenten sagen, daß die Verhältnisse durchaus nichtvöllig geordnet sind, daß man aber Bedenken trägt, sich zu beschweren, weilman so wenig Entgegenkommen gefunden hat, und ich hatte mir zur Aufgabegestellt, die Sache hier zur Sprache zu bringen, das habe ich aber nun nicht nöthig,nachdem es der Abgeordnete Sonuemann gethan hat. Ich möchte aber denHerrn Präsidenten bitten, uns eine klarere Erklärung zu geben oder doch eineAnordnung zu treffen, daß jeder Schein vermieden wird, als ob es die Reichs-bank darauf abgesehen habe, den berechtigten Wirkungskreis anderer Banken zubeeinträchtigen und sich das Monopol allein zn sichern.
Kommissarius des Buudesraths, Präsident der Reichsbank Wirklicher Ge-heimer Rath von Decheno: Ja, meine Herren, wenn das richtig wäre, wasder Herr Vorredner behauptet, daß sich eine Bank erboten hätte, die Kosten desTransportes der Noten ihrerseits zn übernehmen, falls nur die Noten regelmäßigzur Einlösung präseutirt würden, dann würde die Verwaltung der Reichsbankin der That der Vorwurf treffen, daß sie die Banken durch die unregelmäßigePräsentation der Noten chikanire. Aber die Sache liegt nicht so. Ich kannversichern, daß ein derartiges Anerbieten noch von keiner Bank gemacht ist, undnun frage ich Sie, meine Herren, ist eS von der Reichsbank zu verlangen, daßsie von jeder der vielen Anstalten, welche sie im Reiche besitzt, an jede dervielen Nebenbanken, deren Noten sie anzunehmen verpflichtet ist, auf ihre eigenenKosten täglich oder in ganz kurzen Zeiträumen ohne Rücksicht auf deu Betrag,die Noten verschickt, ohne dazu durch Bankgesesetz verpflichtet zn sein?
Daß die Bankanstalten angewiesen wären, die Noten rasch zu expediren,habe ich übrigens nicht gesagt, sondern nur, daß zur Vermeiduug jeder ungleiche»Behandlung von Seiten der Bankanstalten in den Provinzen die Nachweisungenvon den Banknotenbeständen jetzt wöchentlich dem Reichsbankdirektorium einge-reicht werden müßten und daß von diesem die Versendung der Noten jetzt sofortverfügt werde, wenn sich ergäbe, daß sich irgendwo erhebliche Summen von Notenangesammelt haben. Wie zweckmäßig diese Anordnnng ist, crgiebt sich daraus,daß seitdem von keiner Seite, auch nicht von der bayerischen Notenbank, welchemit der frühereil Einlösuugsweise besonders unzufrieden war, Klagen erhobenworden sind, nachdem sich die bayerische Regierung durch Einsicht der Listendavon überzeugt hat, daß eine künstliche Ansammlung der Noten nicht statt-findet. Ich kann nur das versprechen, daß wir auf diesem gauz korrekten Wegeauch ferner bleiben werden.
Abgeordneter Meier (Schaumburg-Lippe): Meine Herren, ich könnte füg-lich auf das Wort verzichten (Heiterkeit), nachdem der Bankpräsident den Herren