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in der der Gehilfen 22,5 und in der der Tagelöhner 25 betrug.In den nördlichen und östlichen Teilen Berlins , die vorwiegendvon der ärmeren Arbeiterbevölkerung bewohnt sind, ist sie na-mentlich in den heifsen Sommermonaten 2—2 : / 2 mal so grofs, alsin den westlichen Stadtteilen und Vororten, in denen die wohl-habende Bevölkerung ansässig ist.
In den Jahren 1903 —1905 mit den teuren Lebensmittelpreisenund schlechtem Beschäftigungsgang war die Säuglingssterblichkeitwieder im Zunehmen; von 17,3 der ehelichen Kinder in 1902 warsie auf 19,3 in 1903 gestiegen und hatte in 1904 und 1905 18,6und 19,4 betragen; für die unehelich Geborenen betrugen gleich-zeitig die Zahlen; 29,3—32,7—31,4—32,6.
In den günstigen Konjunkturjahren 1906 und 1907 ging sieauf 17,5 und 16,6 bei den ehelichen und 29,4 und 28 bei denunehelichen zurück.
Die Gesamtsterbeziffer ist im Laufe der Jahrzehnte in Deutsch-land erheblich zurückgegangen. Nimmt man die Feldzugsjahre1866 und 1870 aus, so erreichte sie ihre gröfste Höhe 1852 mit29,9, sank in Schwankungen bis 1860 auf 24,8, um dann bis 1875um 29 herum zu bleiben. 1886 war sie erst auf 27,6 zurück-o-eo-anseu und hielt sich dann bis 1893 fast stets über 25,so 1893 noch auf 25,8. Mit dem infolge der Caprivischeu Han-delsverträge (1894) einsetzenden wirtschaftlichen Aufschwung sanksie sofort auf 23,5 und weiter bis 21,7 in 1898, um dann in demTeuerungsjahr 1900 wieder auf 23,2 zu steigen und sich in dennächsten Jahren um 20,7 herum zu bewegen, um 1906 auf 19,2und 1907 auf 18,98 zurückzugehen.
An diesem starken Rückgang der Sterbeziffer gebührt dasHauptverdienst zweifellos den aufserordentlicheu hygienischen Fort-schritten namentlich in der Wasserversorgung und Kanalisation,in Verbesserung der Vorflut und der Bauordnungen, ebenso den
Fortschritten der medizinischen Wissenschaft in der erfolgreichen
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