den auf das gleiche Ziel gerichteten Neigungen gewisser Produ-zentengruppen in anderen Staaten zum Durchbruch verhelfen.Damit trat die Politik der gegenseitigen Absperrung wieder ihrenSiegeszug an. Rufsland, Oesterreich-Ungarn, Italien, Frankreich ,Schweden, schliefslich selbst die Schweiz folgten dem deutscher-seits gegebenen Beispiel, übertrumpften es zum grofsen Teil noch.
Deutschland war schon Ende der 70 er Jahre ein überwiegendesAusfuhrland industrieller Erzeugnisse. Sein Interesse ging daherweit mehr daraufhin, sich die ausländischen Märkte zu sichern,sie zu erweitern, als den Wettbewerb fremder Waren auf demheimischen fern zu halten. Dieses Exportiuteresse des weitausüberwiegenden Teiles der deutschen Industrie wurde durch dieAbsperruugspolitik, die dem deutschen Beispiel folgend die Mehr-heit der anderen Staaten einschlug, schwer geschädigt. Die Zeitvon 1879 bis 1893 ist denn auch keineswegs die Ara eines ge-waltigen Aufschwunges der deutschen Industrie, geschweige unsererAusfuhr gewesen. Nach vielen unserer bis dahin wichtigstenAbsatzgebieten ging diese namhaft zurück; und die Zeiten wirt-schaftlicher Blüte waren in dieser Periode nur kurz, die desDarniederliegens sehr lang. Erst als Caprivi mit der Politik derwachsenden gegenseitigen Absperrung brach, als er dem deutschenAufsenhandel durch den Abschlufs langfristiger Handelsverträgemit herabgesetzten und gebundenen Zollsätzen die unbedingt nötigeSicherheit verschaffte, da setzte jener gewaltige Aufschwung unseresWirtschaftslebens ein, der mehr noch als in den wachsenden Ziffernunseres Aufsenhandels in den Zahlen des Rückganges der Aus-wanderung, der enormen Zunahme der maschinellen Pferdestärken,in den Ziffern der Einkommen- und Vermögenssteuern einendrastischen Ausdruck fand. Und dieser Aufschwung war von einerDauer wie keiner der früheren.
Mit dem Jahre 1906 ist die neudeutsche Wirtschaftspolitik inKraft getreten, nachdem der agrariseh-hochschutzzöllnerische neue