gerechtfertigt. Die damit herbeigeführte Verschlechterung unsererHandelsverträge vermochte indessen den weiteren Ausstieg unserergesamtwirtschaftlichen Lage nicht mehr aufzuhalten.
Die vernichtende Wirkung des Krieges.
Jäh wurde er durch den Krieg unterbrochen. Die ganzeWirtschaft mußte in den Dienst der Kriegführung gestellt werden.Die Einfuhr der meisten Rohstoffe, die Ausfuhr unserer Fabri-kate war fast ganz abgeschnitten. Das deutsche Volksvermögenging zum größten Teil verloren; alle unsere Handels- und Ver-kehrsbeziehungen waren für Jahre zerrissen. Cs war klar, daßein Wiederaufbau sich nur sehr schwer und langsam vollziehenwürde. In der Mitte des Krieges führte ich in einer Reichstags-rede aus:
„Dieser Krieg wird, selbst wenn er — was wir allehoffen — siegreich für uns ausgeht, eine derartige Verarmungin Deutschland zurücklassen, daß wir uns wie das alte Preußen nach den Freiheitskriegen wieder großhungern und großarbeitenmüssen."
Bewegt drückte mir Cbert die Hand und meinte: „Siehaben recht, nach dem Kriege werden es auch sehr schwere Zeitenfür uns werden."
Statt des erhofften Sieges ist der Krieg mit dem völligenZusammenbruch Deutschlands und Oesterreichs-Ungarns aus-gegangen. Unter Vruch des Waffenstillstandes von Compiegne ,des eigentlichen Vorfriedensvertrages, wurde uns in Versailles ein Frieden von unsagbarer Härte und Grausamkeit mit untrag-baren Lasten aufgezwungen. Aber weite Kreise der Arbeitnehmererkannten nicht die furchtbare dem deutschen Volke zugefügteSchädigung. Sie glaubten vielmehr das hereingebrochene Unglückfür sich nutzbar machen zu können. Ihnen rief ich am 28. Juli1919 in der Nationalversammlung zu:
„Ohne den Arbeitswillen des gesamten deutschenVolkes kommen wir aus diesem Elend nicht heraus. Wasder Vergarbeiterstreik, was der Cisenbahnerstreik dem ge-