hältnismäßig hohe Löhne und beziehen hinterher entsprechendhohe Arbeitslosenunterstützung.
i
Rationalisierung in der Industrie.
Nicht ganz so nachteilig wie in der Landwirtschaft hat sichbisher die Rationalisierung in der Industrieausgewirkt. Während des Krieges waren wir von der übrigenWelt abgeschnitten, war die ganze Wirtschaft auf die Bedürf-nisse des Krieges eingestellt. Vei der Wiederumstel-lung auf Friedensarbeit mußten wir erkennen, daßwir stehengeblieben waren, während die anderen In-dustriestaaten riesige Fortschritte gemacht hatten. Nicht nur inder Fabrikation von Automobilen, worin wir vorher führendgewesen waren, sondern nahezu in allem und jedem waren unsdie andern voraus oder mindestens nachgekommen; z. T. dadurch,daß sie unsere Patente geraubt hatten, wie in Farben undchemischen Erzeugnissen. Die Theorie unserer Gegner, wir be-fänden uns — weil bei uns nichts durch kriegerische Handlungenzerstört worden sei — auf der Höhe technischer und wirtschaftlicherLeistungsfähigkeit, war grundverkehrt. Die Riesenleistungenwährend eines mehr als vierjährigen Krieges gegen eine Weltvon Feinden hatten unfern ganzen Produktionsapparat, an demwir Raubbau hatten treiben müssen, aufs fürchterlichste herunter-gewirtschaftet. Und in dem Nötigsten zu seinem Wiederaufbau:Kohlen, Koks, Eisen, Lokomotiven, Waggons, Vinnenschiffen,Düngemitteln, Chemikalien, Farben, Maschinen, Vieh usw.legte man uns ungeheure Ablieferungen auf, nachdem man unswichtigste Eisen- und Kohlenreviere (Lothringen, Saar, Ober-schlesien ) und fast unsere ganze Handelsflotte weggenommenhatte. In überhasteter, nicht durchweg technisch richtiger Weisewurde Ersatz geschaffen, um neben den aufgezwungenen Sach-lieferungen noch das Nötigste für den heimischen Bedarf zu er-zeugen. Diejenigen Siegerstaaten, die durch die Kriegsereignisseweitgehende Zerstörungen von Betriebsstätten erlitten hatten undderen Wieder- und Crweiterungsaufbau mit überreichen, ihnen
z»
19