die durchschnittliche Leistung des amerikanischen Arbeiters höherist als die des deutschen.
In der „Gartenflora" vom März 1929 berichtet HeinrichMünch, daß in Großgärtnereien in Massasuchetts — also nichtweit von New Z)ork — schwächere Kräfte 14 bis 16 Dollar, aberselbst erste Veredler nur 20 bis 25 Dollar in der Woche ver-dienen, während selbst die ersteren 10 Dollar allein für Woh-nung und Cssen bezahlen müssen. Das Geldlohnniveau steht aberin den Vereinigten Staaten erheblich höher als in andernLändern.
Knappheit an Arbeitskräften und das daraus sich er-gebende hohe Lohnniveau sind stets der größte Anreiz zur Ratio-nalisierung gewesen. Arbeitskräfte sind jedoch in Nordamerika ,obgleich die Einwanderung auf geringe Kontingente eingeschränktist, nicht mehr knapp. Die Nachfrage nach Kohlen hat mit derstarken Zunahme der Mineralölverwendung für Kraftzwecke undmit der besseren Ausnutzung der Kohle in Maschinen wie beiden metallurgischen Prozessen nicht nur relativ, sondern auchabsolut stark abgenommen. Die Arbeitslosigkeit ist deshalb imBergbau eine überaus große. Aber auch in den eigentlichenFabrikbettieben ist die Zahl der Beschäftigten im Rückgang.Nach den Erhebungen des amerikanischen Handelsamtes in den„tZisnmal Lensu8 ok HlanufaLtureg" ist von 1923 auf 1927 zwardie Zahl der in den Fabriken installierten Maschinen-?S von33 092 auf 39 032 Millionen gestiegen, die der darin beschäf-tigten Arbeitskräste aber von 8 777 000 auf 8 351000 zurück-gegangen. Dabei hat der Bevölkerungszuwachs in dieser Zeit6,2 Millionen bettagen. Die Schätzung von 4 bis 5 MillionenArbeitslosen im Sommer 1928 erscheint demnach keineswegsübertrieben.*) Wird sie doch auch durch die Erhebungen bestätigt,die die Gewerkschaften unter ihren Mitgliedern veranstalten. ImAugust 1928 waren danach 24 v. H. der Mauerer arbeitslos;allerdings wird die Bautätigkeit durch die exorbitanten Lohn-
*) In Nordamerika gibt es keine Arbeitslosenstatistik. DieSchätzungen der Arbeitslosigkeit im letzten Sommer schwankten zwischen1 und 8 Millionen.
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