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Der große Irrtum der deutschen Lohnpolitik / von Georg Gothein
Entstehung
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Forderungen, Arbeitsleistungsbegrenzungen und den Terror derMauerergewerkschaft stark gedrosselt. Im übrigen haben dieGewerkschaften dort nicht entfernt die Bedeutung wie bei uns.In den Hauptindustrien des Staates New Aork betrug die Zahlder Beschäftigten im Juli 1926 nur 90, im Oktober 95 v. H. derim Juni 1914 Beschäftigten.

Nach dem gleichen amtlichen Bericht ist von 1923 auf 1927die Summe der an die Werkstättenarbeiter gezahlten Löhne von11,008 auf 10,849 Milliarden Dollar gesunken, was auf denKopf zwar noch eine Steigerung von 2,9 v. H. bedeutet, wogegenin Deutschland allein vom Januar 1925 bis September 1928die tarifmäßigen Wochenlöhne der Gelernten um 41,6, die derAngelernten um 42,6 v. H. gestiegen sind! Der Wert der inden nordamerikanischen Werkstätten hergestellten Erzeugnisse hatsich von 1923 auf 1927 um 2,185 Milliarden Dollar erhöht, wo-von 444 Millionen Dollar auf vermehrte Materialkosten und1,74 Milliarden Dollar auf die Wertsteigerung durch den Her-steller entfallen. Jedenfalls ist der Anteil des Arbeitslohns amSozialprodukt seit 1923 stark zurückgegangen. 90 v. H. desnordamerikanischen Volksvermögens sind in der Hand von13 v. H. der Bevölkerung. 55 v. H. des Nationaleinkommensentfallen auf Kapitalerträge, nur 45 v. H. auf Arbeitsverdienste.Der Durchschnittslohn des gelernten Arbeiters bleibt wesentlichhinter dem Normalstandard einer fünfköpfigen Familie zurück(Bericht der k^äeral wracke Lommisswn o5 tne U. 8. ^. für1926).

Wenn der zitierte amtliche IZienmÄl-Len8U8-Vericht ausder geringen Zunahme des Werts der Werkstättenerzeugung aufeine Preisermäßigung der meisten Fabrikate schließt, so war derGroßhandelsindex des kurv ok labor von 1923 auf 1927 nurvon 154 auf 149, der des bekannten Statistikers Irving Fischerallerdings von 158 auf 145 gefallen, während nach Vradstreetwie nach Dun sogar eine Steigerung desselben eingetreten ist.Jedenfalls ist im Durchschnitt keine den allgemeinen Verbrauchbelebende Preissenkung eingetreten (nach Fischer seit 1926 um4 v. H.). Der Lebenshaltungsindex ist sogar von 1923 auf 1927

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