mehrt hat, ist sein Baum wollverbrauch doch auf 74v. H. zurückgegangen, und besonders in den amerikanische Baum-wolle verarbeitenden Spinnereien herrscht eine dauernde Unter-beschäftigung. Die Ausfuhr von Baumwollgarnenwar von 95 300 t in 1913 bis auf 76 444 t in 1926 gesunken undhatte sich in 1927 erst bis auf 90 948 t gehoben. Noch stärker istder Rückgang der W ollengarnausfuhr, von 36 477 auf21 470 bzw. 34 844 t, während Frankreich die seine von 14 849auf 34 844 t zu steigern vermochte. Seine Wollenverar-beitung blieb 1927 um 28 000 t ^ 12,67 v. H. hinter dervon 1913 zurück. Auch die Ausfuhr von Geweben undKonfektion erreicht längst nicht mehr die der Vorkriegszeit.Aehnlich liegt es in vielen anderen Fertigfabrikaten. Groß-britanniens Aebergang zum Hochschutzzoll (20 bis 50 v. H. desWarenwerts) in einer Reihe wichtiger Fertigfabrikate hat selbstden geschützten Industrien keineswegs eine befriedigende Ge-schäftslage gebracht. So hat der hohe Wertzoll auf feine Schneid-waren der Sheffielder Industrie nichts genützt. 1928 ist derenAusfuhr erstmalig sogar hinter der Einfuhr zurückgeblieben.Die Arbeitslosenziffer ist seit Iahren nie unter 1,1 Millionen— ungerechnet die Kurzarbeiter — gesunken.
Im Vergleich mit der deutschen hat sich trotz alledem dieenglische Ausfuhr nicht gerade ungünstig entwickelt; sie ist imVerkehr heimischer Waren von 10 730 Mill. RM. in 1913 auf14 503 Mill. RM. in 1927 und 14 470 Mill. RM. in 1928gestiegen. Wenn die Einfuhr gleichzeitig von 15 704 auf 24 940bzw. 24 000 Mill. RM. angeschwollen war, so ist die ver-mehrte Passivität der Handelsbilanz doch durch die erheblichstärker gestiegene Aktivität seiner Zahlungsbilanz weit mehr alsausgeglichen. Die Ueberschüsse der in Plantagen, industriellenund kaufmännischen Unternehmungen seines Kolonialreichs an-gelegten Kapitalien sind gegen die Vorkriegszeit enorm ge-wachsen. Die englische Reederei hat den Raumgehalt ihrerHandelsflotte gegen 1913 zwar nur um 625 000 t zu steigernvermocht, aber deren Leistungsfähigkeit hat sehr viel stärker zu-genommen, und die um 1^4 Mill. t gestiegene Handelsflotte der
28