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Der große Irrtum der deutschen Lohnpolitik / von Georg Gothein
Entstehung
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englischen Besitzungen ist ebenfalls überwiegend in englischerHand. Nach dem IZoarä ok Irads und der Berichtigung vonKeynes betmg 1928 der Ueberschuß der Einnahmen aus derSchiffahrt 160 Mill. Pfund Sterling, aus Auslandsanlagen 340Mill. Pfund Sterling, aus kurzfristigen Anlagen und Bank-geschäften 70 Mill. Pfund Sterling, aus sonstigen Dienst-leistungen 15 Mill. Pfund Sterling, zusammen 585 Mill.Pfund Sterling, so daß sich nach Abzug des Passivsaldos desAußenhandels ein Aktivsaldo der Zahlungsbilanz von 235 Mill.Pfund Sterling rund 4750 Mill. RM. ergibt, von denen2865 Mill. RM. an das Ausland als Anleihen vergebenwurden. 52,1 v. H. der letzteren wurden 1928 an die britischenBesitzungen, nur 4,8 v. H. an Deutschland , 43,1 v. H. an dassonstige Ausland gegeben. Der Aktivsaldo der englischen Zah-lungsbilanz geht nach den Berechnungen des IZvarck ok l'rsässowie englischer Wirtschaftsführer noch über den nordamerika -nifchen hinaus.

Trotz der enorm wachsenden Kapitalbildung herrscht wie inden Vereinigten Staaten auch in England eine gewaltige A r -beitslosigkeit! Das Kapital beider Staaten sucht ebenBetätigung im Ausland, weil die Chancen nutzbringender Ver-wendung bzw. besserer Rentabilität dort größer sind als im In-land. In letzterem wird diese zu sehr durch die hohen Löhne, inEngland auch durch die hohen Steuern geschmälert. Der englischeLohnindex stand Ende Januar 1929 in der Baumwoll-industrie auf 189, in der Wollindustrie auf 210, in der Kamm-garnindustrie auf 236, in der Schuh- und Stiefelindustrie auf201, in der keramischen Industrie aus 189, in der Ziegelindustrieauf 206. Der Lebenshaltungsindex betrug 165. Im Bergbaubetrug dagegen der Lohnindex nur 143; der Reallohn lag alsoerheblich unter dem vor Kriegsbeginn. Ebenso im Maschinenbau,wo er für Gelernte nur 150, und im Schiffsbau, wo er 143 stand.Im Durchschnitt des Jahres 1928 betrug der Lohnindex fürGelernte 177, für Ungelernte 186. In der keramischen Industriebetrug die Kurzarbeit im Januar 48,8 v. H. (gegen 36 v. H. imJuli 1928), die Arbeitslosigkeit 19 v. H.; in der Schuhindustrie

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