Wenn deren traurige finanzielle Ergebnisse auch zum Teildarauf beruhen, daß man Bahnen in Gegenden gebaut hat, zuderen Erschließung zurzeit noch kein wirtschaftliches Bedürfnisvorliegt, da in den bereits erschlossenen Gebieten nochein Aeberfluß an Siedlungsland besteht, so liegt, wenn sieauch in dichter bevölkerten Gegenden unrentabel sind, dies doch vorallem an den von den Cisenbahnergewerkschaften erzwungenenandauernden Lohnsteigerungen und Dien st-zeitverkürzungen.
6. Als die ernsteste und schwierigste Frage aller australi-schen Probleme bezeichnet die Lritisn Economic Ni88ic>n denaustralischen Schutzzolltarif und die Staats-und Vundesgesetzgebung in bezug auf dieArbeitsverhältnisse und Löhne. Mit Be-sorgnis stellt sie fest, daß die dauernd steigendenZollerhöhungen die Entwicklung des Landesund seine Fähigkeit, eine größere Bevölke-rung zu ernähren, in weitgehendem Maßelähmen. Dringend wird eine unabhängige wissenschaftlichePrüfung der ganzen Zollfrage gefordert, ebenso wie des Pro-blems der Reduktion der Gestehungskosten ohne Herabdrückungder Lebenshaltung des Arbeitnehmers.
In Australien sind gerade die IndustriearbeiterdieärgstenHochschutzzöllner, weil sie sich sagen, daßohne die Riesenzölle ihnen unmöglich so hohe Löhne gezahltwerden könnten. Freilich stellen sie nicht die Rechnung an, wieweit damit ihre eigene Lebenshaltung verteuert und die Ent-wicklung Australiens hintangehalten wird. Alle gewaltigenStaatsausgaben zur Förderung der Einwanderung und der Be-siedlung des Landes halten deren Rückgang nicht auf. 1927 be-trug der Aeberschuß der Einwanderung noch 51 112 Personen,1928 nur noch 28 671!
Einem Aufsah von Professor Adolf Weber in der„Sozialen Praxis" vom 24. Januar 1929 entnehme ich: Von1914 bis 1925 war die Gesamtproduktion Austra-liens rückläufig. Trotzdem stiegen unter Einwirkung
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