erlaubt, hat die Erwartung einer Zunahme der australischenReederei in keiner Weise erfüllt. Sie brachte eine völlige Ent-täuschung und hat die australische Wirtschaft schwer geschädigt.Soeben hat wieder eine etwa zehnprozentige Erhöhung deraustralischen Heuerlöhne stattgesunden, die die australische Schiff-fahrt in jeder anderen Fahrt als der ihr vorbehaltenen Küsten-fahrt völlig wettbewerbsunfähig machen muß.
Wenn 1914 in der „Economic Review" der Sachver-ständige Cgerton schrieb: „Das australische System kann nurda mit Erfolg durchgeführt werden, wo die Industrie nicht imWettkampf am Weltmarkt steht und wo ihr hohe Schuhzölle dieunbedingte Herrschaft über den Innenmarkt sichern," so hat unsdas Beispiel Englands die Richtigkeit dieses Satzes bewiesen.Dessen essorbitante Schutzzölle von 33^ bis 50 Prozent aufWaren, die es im Interesse der heimischen Erzeugung fern haltenwill, haben es nicht exportkräftiger gemacht und ebensowenigeine riesige Arbeitslosigkeit verhindern können.
Die Lage der deutschen Industrie.
Deutschland , das durch den Krieg in schwerste wirt-schaftliche Bedrängnis gekommen ist und alles daransetzen muß,seine industrielle Aussuhr zu heben, hat alle Ursache, das verfehlteaustralische Experiment nicht länger nachzumachen, sondern ausdessen Mißerfolgen die nötigen Konsequenzen zu ziehen.
D eutschland hat seit 1924 seine industrielle Produk-tion beträchtlich gehoben, wenn es ihm auch nicht gelungen ist,sie wieder auf Vorkriegshöhe zu bringen.
Steinkohle.
In Steinkohle, wo es so wichtige Produktionsgebietewie Ostoberschlesien, Lothringen und — vorübergehend — auchdas Saarrevier verloren hat, blieb die Steinkohlenförderung mit150 876 000 t hinter der des alten Reichsgebiets in 1913 nochzurück, überstieg aber die des heutigen Gebietsumfanges monatlichnoch um mehr als eine Million t gleich etwa 8,5 v. H., während
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