sich. Am empfindlichsten macht sich das in der besonders vieleKohle verbrauchenden Eisenindustrie geltend. Gegen 1913ist Deutschlands Roheisenerzeugung 1928 auf 71,1v. H., seine Rohstahlerzeugung auf 87,6 v. H., seineWalzwerkserzeugung auf 99,4 v. H. je Kopf der Bevölkerungzurückgegangen. Das ist auf den Verlust Lothringens , Luxem-burgs, der Saar und Ostoberschlesiens zurückzuführen. Der weit-gehende Ersatz von Konverterstahl durch Mitverwendung vonSchrott in den Martinöfen erklärt den verhältnismäßigschwächeren Rückgang der Rohstahlerzeugung, die starke Einfuhrvon Halbzeug auf Grund des Stahlpaktes die relativ hohe Walz-werkserzeugung. Belgien -Luxemburg mit 35,9 und dieVereinigten Staaten mit 23,5 KZ übertreffen freilich die deutscheKopfquote von 16,2 kx, während Großbritannien mit 15,2 nochetwas hinter ihr zurückbleibt.
Infolge des Verlustes der obgenannten wichtigen Cisen-produktionsgebiete ist Deutschlands Cisenbilanz mengenmäßigungünstiger geworden. Die Einfuhr von Eisen und Eisen-waren ist von 618 291 t in 1913 auf 2 397 435 t in 1928 ge-stiegen, die Ausfuhr von 6 497 262 t auf 5 029 905 t zurück-gegangen, dem Wert nach ist die erstere von 104,1 Mill. auf389,2 Mill. M, freilich auch die letztere von 1339 auf1601,5 Mill. RM. gestiegen. Die Ausfuhr hat sich eben stärkernach der Richtung der Fertigfabrikate verschoben. Wenn unsereCisenbilanz demnach auch 1928 noch mit 1212 Mill. RM. aktivwar und sich gegen die Vorkriegszeit nur um 23 Mill. RM.verschlechtert hatte, so ist dies doch angesichts der stark ge-stiegenen Preise von Eisen (Index 127, Fertigwaren-Produk-tionsmittel 138, Fertigwaren-Konsumgüter 175) ein keineswegsbefriedigendes Ergebnis. Dabei wies das Jahr 1928 infolgestockenden Inlandsabsatzes noch eine um fast 500 000 t im Wertevon 157 Mill. RM. größere Ausfuhr auf als das vorange-gangene. Das Ergebnis kann um so weniger befriedigen, alsdie eisenschaffende Industrie durch Stillegung der nicht mehr aufder Höhe stehenden und höchste technische Vervollkommnung derneu errichteten oder der weiterbetriebenen Werke ihre Kapazität
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